Ein günstiges Preis-Leistungsverhältnis bei solider Qualität und langer Garantie. Das waren bisher Gründe, warum sich Käufer für einen Hyundai entscheiden haben. Doch der südkoreanische Konzern, der seit 1991 auch einen Sitz in Deutschland hat, entwickelt sich stetig weiter. Seit 2013 ist das Design der Autos, behaupten die Hyundai-Verantwortlichen, Kaufgrund Nummer 1. Mit dem Hyundai i30N soll ab sofort ein neuer Kaufgrund geschaffen werden: pure Emotion! Oder wie es Hyundai ausdrückt: purer N-Thusiasmus.

BPM statt RPM

Der aktuelle Hyundai i30 wurde im Herbst 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt, seit Januar 2017 kann er käuflich erworben werden. Die Modellpalette des i30 umfasst momentan eine fünftürige Schrägheck-Version und einen ebenfalls fünftürigen Kombi. Ab Dezember 2017 wird der kompakte Südkoreaner um eine viertürige Limousine erweitert, die den Namenszusatz „Fastback“ tragen wird. „Fehlt nur noch eine Sportversion“, werden Auto-Enthusiasten nun rufen. Das dachten sich die Verantwortlichen von Hyundai auch und präsentierten auf der IAA 2017 den Hyundai i30N. Seit Anfang November rollt er auf unseren Straßen. Das „N“ hat übrigens mehrere Bedeutungen. Zum einen steht es für „Namyang“, so heißt der Ort an dem das Auto entwickelt wurde. Zum anderen steht das N auch für „Nürburgring“, auf dem das Auto im Rahmen der Entwicklungs- und Testphase ca. 10.000 Kilometer bzw. 480 Runden zurückgelegt hat. Das Motto unter dem die Entwicklung des i30N stand: „BPM“ (Herzschlag pro Minute) statt „RPM“ (Drehzahl pro Minute). Soll heißen, der Fahrspaß des Autos stand Im Fokus.

Technische Highlights

Der Hyundai i30N unterscheidet sich vom „normalen“ i30 durch eine sportlicher gezeichnete Frontschürze mit größeren Lufteinlässen, Voll-LED-Scheinwerfer, rote Zierleisten an Bug und Heck des Fahrzeugs, rote Bremssättel mit N-Logo und einen Dachkantenspoiler mit integrierter dritter Bremsleuchte in Triangel Form. Letztere soll an die Bremslichter der Formel-1 Rennwagen erinnern. Für eine angemessene „BPM“-Frequenz sorgt an erster Stelle der turbo-aufgeladene Zwei-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor. Der ist in zwei Leistungsstufen erhältlich. Der „N“ leistet 184 kW (250PS), der „N Performance“ bringt es auf 202 kW (275PS). Die Performance-Variante wird durch eine elektronisch geregelte Differenzialsperre, 19 Zoll Räder, dunkel getönte Scheiben und eine Sportabgasanlage mit variabler Klappensteuerung serienmäßig aufgewertet.

Solider Innenraum – starker Motor

Der Innenraum des i30N braucht sich vor den Europäischer Wettbewerber nicht zu verstecken. Hier gibt es wenig zu bemängeln, die Bedienung des Navis ist einfach und intuitiv. Ein auffälliges Detail ist der Drehzahlmesser dieses Hyundai. Er signalisiert dem Fahrer beim Kaltstart des Motors mit gelben und roten LEDs, wie hoch der Motor maximal gedreht werden sollte. Mit zunehmender Motortemperatur erlöschen die LEDs und zeigen dem Fahrer damit, dass der Motor nun bereit ist, seine volle Leistung zu entfalten. Der Motor des i30N befördert den sportlichen Kompakten in 6,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. In der Performance-Variante gelingt dieser Sprint noch 0,3 Sekunden schneller.

Ein Auto mit zwei Charakteren

Der Hyundai i30N kann waschechter Badboy und auch Schwiegermutters Liebling sein. Wie das möglich ist? Am Multifunktionslenkrad des i30 gibt es zwei Fahrmodus-Schalter. Auf der linken Seite des Lenkrads kann man zwischen „Eco“, „Normal“ und „Sport“ wählen. Auf der rechten Lenkrad-Seite kann der Fahrer entscheiden, ob  „N“ oder „Individuell“ unterwegs sein möchte. Je nach Fahrmodus passt der i30N die adaptiven Stoßdämpfer, die Servolenkung, das ESP, das Motoransprechverhalten, die Zwischengasfunktion, die Sportabgasanlage und die elektronisch geregelte Differentialsperre an. In der Praxis stellt sich dies als ein sehr praktisches Feature heraus. So kann man morgens im Normal-Modus starten, ohne die Nachbarn aus ihren süßen Träumen zu reißen. In diesem Modus federn die Stoßdämpfer komfortabel ab und die Sportabgasanlage ist kaum zu hören. Auch auf langen Fahrten oder beim Transport der geliebten Schwiegermutter kann das von Vorteil sein. An wilden Tagen kann der i30N durch einen kurzen Druck auf die „N“-Taste scharf gestellt werden. In diesem Modus wird dieser Hyundai zum Badboy.

Die Stoßdämpfer werden deutlich härter gestellt. Der Fahrer bekommt nun eine präzise Rückmeldung von der Straße. Die Traktionskontrolle wird in den Sport-Modus geschaltet und lässt dem Auto mehr Freiheiten. Ebenfalls öffnen sich die Klappen der Klappen-Sportabgasanlage um das Motorsport-Feeling perfekt zu machen. Zusätzlich wird die Zwischengasfunktion „Rev Matching“ aktiviert, diese sorgt bei schnellen Gangwechseln dafür, dass bereits vor dem Wiedereinkuppeln die perfekte Drehzahl anliegt. Bei Bedarf kann diese Funktion jedoch auch deaktiviert werden.

Auch im Alltag ein passender Begleiter

Wie seine „zivilen“ Brüder verfügt auch der i30N über ausreichend Platz im Innenraum. Erwachsene Personen finden sowohl im vorderen– als auch im hinteren Teil des Autos angenehme Unterkunft. Der Kofferraum des heißen Hyundai fasst 395 Liter. Legt man die Rückbank um, stehen sogar bis zu 1.301 Liter Stauraum zur Verfügung. Nette Zusatzfunktionen wie Sitzheizung, Lenkradheizung oder Einparkhilfe verwöhnen den Fahrer schon in der Serienausstattung.

Fazit:

Der Hyundai i30N scheint ein wahrer Alleskönner zu sein. Er bietet ausreichend Alltagstauglichkeit, kann aber sportlich ambitionierten Fahrern viel Freude bereiten. Und das (fast) ohne Kompromisse. Wo sind die Einschränkungen? Die 250 bzw. 275 PS müssen mit ausreichend Kraftstoff versorgt werden. Auf unseren Testfahrten nahm sich der Hyundai bei sportlicher Gangart im Durchschnitt 11 Liter Super auf 100 Kilometer. Hat man seinen umweltbewussten Tag und zähmt daher seinen Gasfuß, dann ist auch ein Verbrauch von 8 Litern je 100 Kilometer möglich. Preislich startet der Hyundai i30N bei 29.700,- Euro. Die Performance-Variante mit den zuvor genannten Zusatzfunktionen kostet mindestens 32.200 Euro. Und weil in diesem Preis bereits zahlreiche Zusatzausstattungen enthalten sind, ist die Aufpreisliste nicht mehr lang. Wählt man alle möglichen Sonderausstattungen, dann kostet der Hyundai i30N Performance 36.520 Euro. Wer diesen Preis mit dem des Wettbewerbers aus Wolfsburg vergleicht, dem wird der Hyundai noch sympathischer.

Technische Daten:

Hyundai i30N Performance

Länge x Breite x Höhe (m): 4,30 x 1,80 x 1,45
Radstand (m): 2,65
Motor: R4-Benziner, 199 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
Leistung: 202 kW / 275 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 350 Nm bei 1450–4700 U/min
Overboost 378 Nm bei 1750-4200 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 6,1 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 7,1 Liter
Effizienzklasse: D
CO2-Emissionen: 163 g/km (Euro 6)
Leergewicht / Zuladung: mind. 1504 kg / max. 475 kg
Kofferraumvolumen: 395–1301 Liter
Max. Anhängelast: 1600 kg
Wendekreis: 11,6 m
Bereifung: 235/35 R 19
Luftwiderstandsbeiwert: 0,30
Wartungsintervall: 30 000 km
Ölwechsel: 10 000 km
Basispreis: 32.200 Euro