Der Honda HR-V spielt in einer noch vergleichsweise kleinen, aber spannenden Liga, denn die Wachstumsrate bei den kompakten Crossover-SUVs ist ausgesprochen hoch. Noch bieten nicht alle Marktteilnehmer die Geländewagen mit der coupéhaften Dachlinie an.Weder Ford mit dem Kuga, noch VW mit dem Tiguan sind hier mit dieser Karosserieform vertreten. Die sportliche Anmutung scheint in Kombination mit der erhöhten Sitzposition das Erfolgsgeheimnis zu sein.

Beim HR-V sind die hinteren Türen so in die Karosserie integriert, dass sie den Wagen wie ein Drei-Türer aussehen lassen. Die hochliegenden Türgriffe wurden in ein Kunststoffteil integriert, das wie eine optisch verlängerte Seitenscheibe wirkt. An seiner Front erinnert der HR-V indes stärker an eine Limousine.Ein mächtiger Kühlergrill, wie man sie in anderen SUVs häufig findet, geht ihm ab. Überhaupt würden wir das Außendesign als gediegen und unauffällig beschreiben. Auffälligstes Element im Innenraum ist die hochglänzende Mittelkonsole und das durchsichtige Kunststoffelement mit den Klimafunktionen.

Besonders praxistauglich erscheint uns die hoch-glänzende Oberfläche der Mittelkonsole nicht, denn jeder Kratzer, jedes Haar und jedes Staubkörnchen fällt hier ins Auge. Die breit ausgelegten Luftauslassdüsen vor dem Beifahrersitz vermitteln mit ihrer schnöden Plastikoptik den Eindruck, nicht ganz fertig geworden zu sein. Da hilft selbst der feine Chromrahmen nichts. Die Platzverhältnisse im HR-V würden wir als klassen-typisch bezeichnen. Auf den Hintersitzen fühlen sich allenfalls kleine Kinder wohl. Das Gepäckraumvolumen (431 – 1.473 Liter) sollte für einen Zwei-Personen-Haushalt ausreichen. Empfehlen wollen wir geneigten Käufern das Panoramadach, das auf Wunsch Licht und Luft in Innenraum lässt und ein angenehmes Raumgefühl vermittelt. Die Bedienung des HR-V würden wir als unkompliziert beschreiben, wobei das Lenkrad mit unzähligen Funktionen etwas überfrachtet ist. Eine Eco-Funktion lässt den Rahmen des Tachos zwar grün leuchten, aber weder beim Fahrverhalten noch im Verbrauch hat sich nach Betätigung des Eco-Knopfs entscheidendes getan.

Zu den Vorzügen des japanischen Crossovers zählen wir seinen günstigen Verbrauch. Auf unseren ausgedehnten Testfahrten konnten wir im Mittel 5,5 Liter Diesel (kombinierter Normwert: 4,0 Liter je 100 km) messen. Aus unserer Sicht ein vergleichsweise geringer Wert in diesem Segment. Der Dieselmotor leistet im HR-V 120 PS (88kW) und bringt bei 2.000 Umdrehungen 300 Newtonmeter auf die Straße. Damit wird der 1.395 Kilo wiegende Japaner zwar nicht zum Sportler, aber man zügig mit ihm unterwegs sein. Der modern geschnittene Honda beschleunigt in 10 Sekunden von null auf hundert. Seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 192.

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Mit seinem Preis von mindestens 22.990 Euro ist der Honda HR-V kein Schnäppchen. Über die Modell-Varianten Elegance und Executive bekommt man eine deutlich umfangreichere Ausstattung geliefert, aber dann kostet der Spaß inkl. Diesel-Antrieb auch mindestens 25.390 Euro bzw. 19.140 Euro. Das Motorsportimage, das man noch immer mit Honda-Fahrzeugen verbindet, erkennt man im HR-V aus unserer Sicht kaum. Der HR-V ist viel mehr ein aufrichtiger, genügsamer Geselle, der im Straßenverkehr und unter den Augen der Nachbarn offensichtlich nicht auffallen möchte. Es sei denn, man wählt die Außenfarbe in Milano Red.

Wesentliche Technische Daten:

Honda HR-V 1,6 Executive

Leistung 88 kW (120 PS)

Höchstgeschwindigkeit 192 km/h

Beschleunigung (0-100 km/h) 10,5 Sekunden

Schaltgetriebe 6

CO2-Emissionen 108 g/km

Umweltzone 4 (grün)

Schadstoffklasse Euro 6

Länge 4,29 m/Breite 1,77 m/Höhe 1,61 m

Kofferraumvolumen 393 Liter

Gewicht (Leergewicht) 1395 kg

Zuladung 475 kg

Normverbrauch, kombiniert: 4,0Liter auf 100 km

Testverbrauch: 5,5 Liter auf 100 km

Preis: ab 22.990 Euro