Bei der Kfz-Versicherung spielt nicht nur der Fahrer, sondern auch der Zulassungsbezirk eine Rolle bei der Beitragsbemessung. 413 Bezirke gibt es in Deutschland, für die unterschiedliche Regionalklassen gelten. Jetzt hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Veränderungen für 2018 bekannt gegeben.

Das Berechnungsprinzip in aller Kürze: Je mehr und umso teurere Schäden in einem Bezirk reguliert werden müssen, desto höher – also schlechter bzw. teurer – die Regionalklasse von 1 bis 12 bei der Haftpflicht, von 1 bis 16 bei der Teilkasko (TK) und von 1 bis 9 bei der Vollkasko (VK). Die Einteilung erfolgt anhand eines Indexwertes, wobei der Wert 100 für den Bundesdurchschnitt steht. Der bedeutet bei der Haftpflicht Klasse 6, bei der TK Klasse 7 und bei der VK Klasse 4.

Nach der Regionalstatistik werden also im kommenden Jahr bei der obligatorischen Haftpflicht 5,5 Millionen Halter niedriger und 3,6 Millionen höher eingestuft. In mehr als drei Viertel der Bezirke (305) bleibt alles beim Alten. In den Kasko-Versicherungen ändert sich nur wenig: Für knapp 29 Millionen der über 34 Millionen Voll- oder Teilkaskoversicherten bleibt alles beim Alten. 2,8 Millionen Kaskoversicherte rutschen in niedrigere, rund 2,6 Millionen in höhere Regionalklassen.

Besonders gute Schadenbilanzen ergeben sich laut dem GDV wie in den Vorjahren für Autofahrer in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Hohe Regionalklassen gelten insbesondere in Großstädten sowie in Teilen Bayerns. Den niedrigsten Indexwert bei der Kfz-Haftpflicht erhält der Zulassungsbezirk Elbe-Elster in Brandenburg 70,61, den höchsten Offenbach mit 133,93. Teilkasko-Versicherte im Bezirk Bamberg dürfen sich mit einem Indexwert von 54,92 am glücklichsten schätzen, das Ostallgäu bildet mit 214,10 das Schlusslicht. Die beste Einstufung bei der Vollkasko gibt es in Wittmund (Niedersachsen) mit einem Wert von 78,15, die schlechteste in Garmisch-Partenkirchen (Bayern) mit 141,75. mid

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