Die Lang-Lkw werden ab 2017 anrollen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte am Freitag in Frankfurt bei der Tagung des Güterverkehr- und Logistikverbandes BGL, sein Ministerium habe die Verordnung für einen Regelbetrieb der sogenannten Gigaliner fertiggestellt. Danach dürfen sie vom kommenden Jahr an auf einem festgelegten Streckennetz von 11 600 Kilometer fahren. Die 25,25 Meter langen Fahrzeuge sind 6,5 Meter länger als normale Lkw, dürfen aber nicht schwerer als diese sein (maximal 40 Tonnen).

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), nun könnten die ökologischen Vorteile der Fahrzeuge voll wirksam werden. „Denn zwei Lang-Lkw ersetzen drei konventionelle Lkw-Fahrten.“ Die wissenschaftliche Begleitung des Feldversuchs hätten die Bedenken gegen Lang-Lkw längst entkräftet, sagt Wissmann, „denn die Untersuchungen zeigen klar: Lang-Lkw sind sicher, sie entlasten Straße und Umwelt, senken den Verbrauch und die CO2-Emissionen. Pro transportierte Tonne werden bis zu 25 Prozent CO2 eingespart.“ Lang-Lkw seien – so Wissmann – zudem hervorragend für den Einsatz im kombinierten Verkehr mit der Schiene geeignet.

Als 14. von 16 Bundesländern habe in der vergangenen Woche Rheinland-Pfalz seine Teilnahme erklärt, berichtete der Minister. Damit sind die langen Laster nur noch in Berlin und im Saarland von den Straßen verbannt. Seit 2012 waren Gugaliner in einem Feldversuch getestet worden. Die Tests, die zum Jahresende auslaufen und ein umfangreiches Gutachten hätten die Bedenken der Gegner entkräftet, sagte Dobrindt.

Die „Allianz pro Schiene“ sprach laugt „Spiegel online“ von einer Katastrophe für den gerade beschlossenen „Klimaschutzplan 2050“ der Regierung. Der Lkw-Transport werde mit staatlicher Unterstützung billig gemacht und die umweltfreundlichen Güterbahnen würden im Wettbewerb ausgebremst. (ampnet)

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