Navi für Wohnmobil und Wohnwagen – Garmin Camper 660 LMT-D im Test

Das neue Garmin Camper 660 LMT-D möchte Wohnmobil- und Wohnwagen-Besitzer in 45 Ländern Europas sicher ans Ziel bringen. Es glänzt zudem durch Zusatzfunktionen speziell für Campingfreunde. Der-Autotester.de hat sich das Gerät genauer angeschaut.

Erster Eindruck

Das große Navi macht einen hochwertigen Eindruck. Im Karton findet sich neben dem Gerät eine Saugnapf-Halterung, das Ladekabel für die 12V-Bordsteckdose, ein USB-Kabel und die Kurzanleitung. Eine ausführliche Bedienungsanleitung kann nur in digitaler Form über das Internet eingesehen werden.

Um das Kartenmaterial auf den neusten Stand zu bringen, schließe ich es mit dem beiliegenden USB-Kabel an den PC an. Mit der Software “Garmin Express” lässt sich das Camper 660LMT-D am Computer mühelos aktualisieren. Updates für das Kartenmaterial stehen unbegrenzt und kostenlos zum Download zur Verfügung.

Garmin Camper 660LMT-D Wohnmobil Profil

Das sechs Zoll große Display überzeugt gleich nach dem ersten Einschalten mit seinen knackig-satten Farben und scharfem Bild. Nach dem Einstellen der Sprache muss nur noch das Fahrzeug ausgewählt werden. Bei einem Wohnmobil oder Wohnwagen werden zusätzlich dessen Außenmaße abgefragt, um sie später, bei der Wahl der Route, zu berücksichtigen. Das Garmin Navi eignet sich auch für den Alltag im Auto, denn das Fahrzeugprofil lässt sich jederzeit auch auf „PKW“ wechseln.

Navigieren

Die übersichtliche Benutzeroberfläche reagiert schnell auf Eingaben. Ihre Benutzerführung ist selbsterklärend. Unter „Zieleingabe“ kann man entweder einen Suchbegriff direkt eingeben oder zwischen Optionen wie Adresse, Campingplatz oder Tankstelle auswählen. Das Verzeichnis der Campingplätze umfasst laut Garmin über 9.000 Einträge. Die Informationen zu den Campingplätzen sind zwar ausführlich, aber unübersichtlich aufbereitet. Auch nach Parkplätzen kann gesucht werden, aber zu meiner Überraschung wird bei dieser Suche das Fahrzeugprofil nicht berücksichtigt.

Ich habe das Gerät auf einer Strecke von über 5.000 Kilometer – quer durch Deutschland, Dänemark, Schweden und Norwegen – benutzt. Alle anvisierten Ziele waren im System zu finden. Auch die gewählten Routen überzeugten. Kritikpunkt: Als ich versehentlich von der Route abgewichen bin, führte mich die automatische Neuberechnung mehrfach lange Zeit durch ländliche Gegend statt mich auf direktem Weg auf die Autobahn zurück zu lotsen.

Die Routenführung selbst funktioniert hervorragend. Alle Sprachansagen sind klar verständlich. Die Route wird übersichtlich und ohne erkennbare Verzögerungen auf dem Display dargestellt. Neben der aktuellen Geschwindigkeit kann der Nutzer entscheiden, ob auch Tempolimits, die Ankunftszeit oder die Entfernung zum Ziel angezeigt werden. Praktisch: Im Display wird immer die Entfernung zur nächsten Tankstelle, Raststätte sowie zum nächsten Campingplatz entlang der Route angezeigt. Aktuelle Verkehrsmeldungen empfängt das Garmin Navi per Digitalradio.

Wer das Tempolimit nicht beachtet wird mit einem dezenten Läuten gewarnt. Gerade in Norwegen, wo ein Geschwindigkeitsübertritt von 6 Stundenkilometer bereits mit 180 Euro bestraft wird, sind die Hinweise eine Ausgaben schonende Funktion. Auch warnt das Navi frühzeitig vor Gefahren, wie Seitenwind oder vor engen Kurven.

Durch das Aussprechen des Schlüsselworts “Sprachbefehl” reagiert das Navi auf Spracheingaben. Damit kann man auf viele Funktionen zugreifen, ohne den Blick von der Straße nehmen zu müssen. Meist erkannte das Gerät die Sprache problemlos. Jedoch schaffte ich es selbst nach mehreren Versuchen nicht, die Stadt „Bremen“ auszuwählen. Immer verstand das Gerät ein anderes Ziel.

Garmin Camper 660LMT-D Zusatzfunktionen

Extras

Über Bluetooth kann man das Camper 660LMT-D mit einem Smartphone koppeln. Das Navi wird damit zur gut funktionierenden Freisprecheinrichtung. Mit der App “Smart Link” kann auf Zusatzfunktionen zugegriffen werden. Diese App steht für iPhone und Android-Geräte zur Verfügung. So kann das Navi beispielsweise auf Live-Verkehrsdaten und Wetterprognosen zugreifen. Zudem sind kostenpflichtige Erweiterungen zur Hilfe bei der Parkplatzsuche und eine Radar-Warn-Info erhältlich. Für die Zusatzfunktionen wird das mobile Internet im Smartphone genutzt. Doch im Ausland droht hier die Kostenfalle, wenn keine Auslandsflat genutzt wird und so teure Roaming-Gebühren entstehen.

Keine Sicht nach hinten? Das Navi kann um die drahtlose Rückfahrkamera Garmin BC-30 erweitert werden. Sie ist entweder als Paket mit dem Navi oder einzeln (Für ca. 150 Euro) erhältlich.

Garmin Camper 660LMT-D Eingebaut im Wohnmobil

Fazit

Das Garmin Camper 660 LMT-D erleichtert jeden Camping-Urlaub und jeden Roadtrip. Überzeugt hat im Test das große Display und die einfache Bedienung. Die Navigation gelang abgesehen von wenigen Ausnahmen sehr zuverlässig. Die speziellen Funktionen für Camper machen die Fahrt mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen noch sicherer. Aber ob dies den Preis von aktuell rund 320 Euro rechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden.

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Bastian Meger

Als Wirtschaftsingenieur würde ich mich als Quereinsteiger in Sachen Auto-Journalismus bezeichnen. Durch meine Online-Affinität trage ich zur technischen Umsetzung und zum Marketing des Automagazins bei. Neben kräftigen Motoren und gutem Design faszinieren mich innovative Kommunikations- und Assistenzsysteme.

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