Es klingt nach einem Treppenwitz. Im weltweiten Motorsport spielen die deutschen Autobauer die erste Geige, doch wenn es um ein Formel-1-Rennen in der Heimat geht, steht Deutschland mit leeren Händen da. Wegen finanzieller Probleme ist der Nürburgring seit Jahren aus dem Rennen. Und jetzt winkt auch der alte Rivale Hockenheim ab. Damit wird es wie schon in der Formel-1-Saison 2015 auch 2017 keinen Großen Preis von Deutschland geben. Sinkende Zuschauerzahlen und eine zu hohe „Antrittsgage“ von Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone veranlassen die Verantwortlichen am Hockenheimring jetzt zu einer Vollbremsung.

Das ist vollem für Mercedes sehr bitter. Denn die Schwaben haben diese Saison dominiert und sowohl den Konstrukteurs- als auch den Fahrer-Titel gewonnen. Da hätte sich der Autobauer 2017 natürlich nur allzu gerne den heimischen Fans präsentiert. Dass für Deutschland kein Platz mehr im Formel-1-Kalender ist, ruft reichlich Kopfschütteln hervor. Denn die deutschen Autohersteller beherrschen den Motorsport scheinbar nach Belieben. So hat Volkswagen die Konkurrenz in der Rallye-Weltmeisterschaft in Grund und Boden gefahren. Porsche gibt in der Langstrecken-WM den Ton an und hat sich auch beim 24-Stunden-Rennen gegen die Konkurrenz von Toyota durchgesetzt.

Doch die Königsklasse des Motorsports fährt lieber in den Arabischen Emiraten oder in Fernost, wo die Antrittsgelder noch immer sprudeln. Turnusmäßig ist der Hockenheimring 2018 mit der Formel 1 wieder an der Reihe. Es ist zugleich die letzte Chance, danach läuft der Vertrag aus. Doch derzeit deutet vieles darauf hin, dass die Formel-1-Startampel in Deutschland noch sehr lange auf Rot steht – da kann Mercedes noch so viele Titel einfahren. mid