Was für eine geile Kiste. Ich verwende dieses Wort sparsam. Aber für den Mustang Bullitt finde ich kein besseres. Dieses Teil macht einfach unbändigen Spaß. Warum? Weil es Auto pur ist. Nix Verfälschtes. Nix Künstliches. Kein Turbo. Keine Automatikgetriebe. Keine Sound-Generator. Kein Down-Sizing. Verschwenderische 5-Liter Hubraum. Überbordende 460 PS. Satte 529 Newtonmeter Drehmoment. Ein präzise schaltendes manuelles Getriebe mit 6 Gängen und Drehzahlanpassung. Das alles mündet in einen Vortrieb, der sich gewaschen hat. Bei trockener Straße macht das so was von Laune. Halleluja, geht dieser Hengst ab.

Ein Klassiker kehrt zurück

Und warum gibt es jetzt wieder einen Mustang Bullitt?

Vor ziemlich genau 50 Jahren kam der gleichnamige Film mit Kult-Schauspieler Steve McQueen in die Kinos. McQueen steuerte damals einen Mustang durch die Straßen von San Francisco. Und mit dem Film wurde auch der dunkel-grüne Mustang zum Hero. Auch der neue Mustang Bullitt trägt das Montana-Grün Metallic (auf Wunsch gibt es ihn aber auch in Schwarz).  Schwarze Felgen mit Metall-Rand und Chrom-Elemente werten den neuen Mustang Bullitt zurückhaltend auf. Mittig am Heck erscheint das Bullitt-Logo. Auf der Beifahrerseite trägt jeder Bullitt am Armaturenbrett eine individuelle, nummerierte Plakette anstatt des traditionellen Marken-Logos.

Die Ford Verantwortlichen haben die Straßen der Seealpen gewählt um den Mustang in perfektem Revier laufen zu lassen. Kaum befahrener Asphalt. Lang gezogene Kurven. Enge Kehren. Senken. Anstiege. Alles dabei, was das Herz begehrt. Wem das keine Freude bereitet, der hat wohl keine  Tropfen Benzin im Blut. Apropos Benzin. Auf unseren dynamisch gehaltenen Testfahrten hat der amerikanische Hengst runde 16 Liter gesoffen. Muss jeder für sich entscheiden, ob er das hinnimmt.

Aber wer die 52.500 Euro als Kaufpreis aufbringen kann und möchte, der wird am Ende kaum am Treibstoff sparen. So viel Leistung will befeuert werden. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Das typische V8-Blubbern macht süchtig

Man sitzt im Bullitt natürlich auf Leder. Das serienmäßige Gestühl gibt ausreichend Halt – auch bei harter Gangart. Im Genuss-Modus sind sie trotzdem bequem. Die aufpreispflichtigen Recaro-Sitze müssen in meinen Augen nicht sein. Hinterm Lenkrad hat die Neuzeit Einzug gehalten.

 

Digitale Darstellungen lassen kaum Wünsche offen. Mir ist dieses Mäusekino ein touch to much. Analoge Instrumente würden zum Retro-Bullitt aus meiner Sicht besser passen. Was besser passt: Der Fahrer kann entscheiden, ob er es sanft oder härter mag. Aus fünf Fahr-Modi darf gewählt werden. Je nach Fahr-Modus verändern sich die Gasannahme, die Abstimmung des Fahrwerks und der Motor-Sound. Eine Klappenauspuffanalge unterstützt das typische V8-Blubbern. Der unbeschreibliche Klang des Motors dürfte für viele Mustang Fans ein mitentscheidendes Kaufkriterium sein. Schöner kann ein Auto nicht klingen. Da kommt für mich kein AMG und kein Ferrari ran.

Aber noch mal zum Preis. Der ist doch ein Schnäppchen. Wo bekommt man heute so viel Leistung aus so vielen Zylindern und diesem einzigartigen Sound für runde 50.000 Euro? Dabei ist auch ein B&O Sound-Sytsem mit 1.000 Watt Leistung und 19 Zoll-Alu-Räder. Zudem die kraftvoll zu beißenden Brembo-Bremsen. Sie sind der einzige rote Fleck im Bullitt Design. Alles andere ist dunkel gehalten mit Chrom-Elementen aufgewertet.

Technische Daten

Ford Mustang Bullitt Edition (5,0 l V8)

Länge x Breite x Höhe (m): 4,79 x 1,91 (mit Spiegeln 2.08) x 1,38
Radstand (m): 2,72
Motor: V8-Benziner
Hubraum: 5.038 ccm
Leistung: 338 kW / 460 PS bei 7.000 U/min
Max. Drehmoment: 529 Nm bei 4.600 U/min
Hinterachsantrieb
6-Gang-Schaltgetriebe
Vmax: 263 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 4,6 Sek.
Verbrauch (nach EU-Norm): 12, 4 Liter
Testverbrauch: 16 Liter
CO2-Emissionen: 277 g/km
Effizienzklasse: G (Euro 6)
Leergewicht : 1.818 kg
Wendekreis (m): 12,2
Kofferraumvolumen: 408 Liter
Räder-/ Reifengröße: vorn 9J x 19, 255/40 R 19; hinten 9,5 J x 19, 275/40 R 19
Basispreis: 52.500 Euro