Was schon bei BMW durch das Aufblasen des Mini zum Mini Countryman funktioniert hat, macht Fiat nun auch mit dem knuffigen 500. Der Fiat 500X ist die Crossover-Variante des überaus erfolgreichen Cinquecento. Der 5-Türer basiert technisch auf dem Konzernbruder Jeep Renegade. Wie andere Konzerne auch, nutzt Fiat Chrysler die im eigenen Laden vorhandenen Plattformen.Trotz seiner robusten Anmutung wurde der 500X mit Blick auf den Stadtverkehr optimiert. Wer Geländetauglichkeit sucht, bekommt den 500X aber auch mit Allradantrieb und Unterfahrschutz. Wir haben den Italiener 14 Tage im Alltagsbetrieb unter die Lupe genommen. Wesentliche Designelemente des Cinquecento werden beim 500X in ein Cross-Over-Konzept transferiert. Dazu bekommt der 500 Offroad-Attribute eingehaucht, was ihn zu einem Freizeitmobil mit leichter Geländetauglichkeit macht.Ein wahrer Geländewagen wird der 500X indes nicht. Aber das ist auch nicht beabsichtigt. Das Terrain des 500X bleiben Straßen, hohe Bordsteine, Städte oder vielleicht mal Feldwege. Mit ihm wird man kaum zum Pilze-Sammeln durch den Wald brettern. Dafür ist er viel zu schön. Eine echte Schönheit mit italienischer Nostalgie-Anmutung. Trotzdem ist der X die männlichste 500er Variant. Die runden Scheinwerfer und das klassische Firmenlogo mit der verchromten Querspange wecken Erinnerungen an den Ur-500er – nur deutlich größer. Sieht von vorne aus wie ein sympathisch lächelnder Schnurrbart-Träger. Die wuchtigen Radausschnitte, Off-Road-Elemente wie spezifische Stoßfänger und ein Unterfahrschutz sorgen in Verbindung mit der fließenden Linienführung dafür, dass Eleganz und Dynamik zusammengeführt werden.

Außen Kompakt – innen Platz

Die gegenüber dem Fiat 500 gewachsenen Außenmaße sorgen einerseits dafür, dass der Innenraum mit deutlich mehr Platz aufwarten kann. Andererseits behält der 500X seine Innenstadt-tauglichen Abmessungen. 4,25 Meter lang,1,80 Meter breit und 1,60 Meter noch ist der 500X. Das sorgt eben dafür, dass im Innenraum deutlich mehr Nutzraum entsteht. Allerdings muss man im 500X als großgewachsener Hinterbänkler den Kopf einziehen, um nicht mit der Dachverkleidung in Kontakt zu kommen. Auch im Innenraum haben die Italiener ihren Händchen für gutes Design bewiesen. Die verwendeten Materialen und Oberflächen sind vernünftig gearbeitet und von akzeptabler Qualität. In Puncto Kratzfestigkeit herrscht hingegen Luft nach oben. Eine Vielzahl von Ablagemöglichkeiten macht den 500X zum Freund der Familie. Sein Gepäckraum packt je nach Stellung der Rücksitze 350-1.000 Liter weg. Das abgeflachtes Lenkrad des 500X liegt gut in der Hand. Das Touchscreen Navi aus dem Konzernbaukasten liegt gut im Sichtfeld des Fahrers. “Uconnect Live” macht die Integration des Smartphons möglich und erlaubt den Zugriff auf Apps direkt über das Bordsystem.Und so fährt er sich…

Dem Fahrer fällt der neue Fahrmodus-Drehregler ins Auge. 3 Stufen stehen zur Verfügung: “Auto”, “Sport” und “Allwetter”. Hier werden Motorsteuerung, Ansprechverhalten der Bremsen, Lenkung, sowie Arbeitsweise des Automatikgetriebes an die Umweltbedingungen angepasst. Unser Testwagen war mit dem wunderbaren 6-Gang Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet. Der 500X ist mit Vorderrad oder mit Allradantrieb bestellbar. Die Lenkung des 500X wurde für meinen Geschmack zu indirekt abgestimmt, was man aber durch die Wahl des Fahrmodus “Sport” ausgleichen kann.Fiat-500XDer getestete 1.4 Liter Benzin Motor leistet 140 PS (103 kW) und beschleunigt in 8,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Bei 200 km/h ist dann Schluss mit Lustig. Bei angepasster Fahrweise verbraucht er runde 8 Liter Benzin. Fiat gibt als kombinierten Norm-Verbrauchswert 5,7 Liter an. Der 500X fährt sich mit diesem Aggregat kultiviert, komfortabel und ruhig. Bei Bedarf hat dieser Benziner auch genug Power zu kurzen Sprints. Wer längere Strecken fahren möchte, sollte sich bei den Diesel Antrieben umschauen, die mit der gleichen Leistung zu haben sind, aber weniger verbrauchen.141110_Fiat_62_Fiat-500X-LoungeFazit: Eigenständiges Design, ordentlich verarbeitet und auf Wunsch mit vielseitiger Ausstattung personalisierbar ist der große Kleine. Und haben die Fahrten mit dem 500X Spaß gemacht. Die Italiener rufen mindestens 16.950 Euro als Preis für den knuffigen Crossover auf. Für diesen Preis gibt es das vorderradgetriebene Einstiegsmodell mit einem 110 PS starken 1,6-Liter-E-torQ-Benziner und manuellem Fünfganggetriebe. Wir finden: Fair gepreist. Unser Testwagen mit dem 140 Motor Doppelkupplungsgetriebe kommt in der Lounge Ausstattung dann schon auf 26.090 Euro. Wer weitere Ausstattungsdetails ordert, kommt locker über 30.000 Euro. Wer mehr will, muss bekanntlich auch mehr zahlen. Das ist es bei Fiat wie im Leben auch.