In Australien redet der Mercedes-Chef David McCarthy derzeit über die Zukunft der deutschen Automarke. Im Herbst will Mercedes seine E-Limousine enthüllen. Das elektronische Auto soll im Rahmen der Pariser Automesse vorgestellt werden und dem derzeit beliebten Telsa Model S Konkurrenz machen. Bisher ist bekannt, dass die E-Limousine für vier Personen ausgerichtet ist und eine Reichweite von 500 Kilometern haben soll. Die technischen Daten sind in den allermeisten Bereichen kaum von denen des Telsa Modells zu unterscheiden. Auch soll es mit 250 km/h ähnlich schnell fahren können wie das Telsa Model S.

Erscheinen soll das elektronische Automodell von Mercedes im September 2018 – zu einem Preis von knapp über 100.000 Euro. Für Otto-Normal-Verbraucher unerreichbar viel, selbst bei einer Finanzierung über 10 Jahre würde die monatliche Rate laut Vergleichsportal stolze 1.100 Euro betragen. Und auch ein Leasing wäre wohl nicht günstiger.

Konkurrenz ist denkbar

Mercedes will dem amerikanischen Hersteller mit seiner E-Limousine zeigen, dass er auch im elektronischen Bereich Marktführer bleiben kann. Allerdings ist das Model S von Telsa inzwischen im Preis gesunken und auf Gebrauchtwagenportalen ab 70.000 Euro erhältlich.  Da kann die E-Limousine nicht mithalten, auch wenn sie in der gleichen Preisklasse zu finden sein wird. In der Leistung soll das Mercedes Luxusauto aber mehr bieten können. Bei der Reichweite von rund 500 Kilometern überholt der deutsche Autohersteller den Telsa. Er bietet hier bis zu 10 Prozent mehr Leistung. Weiterhin will Mercedes zum Start seines Elektroautos Schnellladestationen und Energiespeicher für zu Hause herausbringen, die für eine vereinfachte Aufladung sorgen sollen.

Mercedes sieht sich Telsa gegenüber deshalb im Vorteil, weil es die Erfahrung und Skalierung besitzt, die der Unternehmensgründer Elon Musk noch nicht hatte. Auch ist der deutsche Autobauer überzeugt, dass er deutlich höhere Kapazitäten hat. Produktionsschwierigkeiten und Kapazitätsprobleme, wie Telsa sie zu bewältigen hatte, werden bei Mercedes nicht vorkommen. Elon Musk dürfte diese Neuigkeit wenig schmecken. Tesla hat nicht nur Ärger mit der Produktion, auch Probleme mit deutschen Behörden kommen dazu.

Vorbild bei Mercedes ist das IAA Concept

Ob Mercedes sich beim Bau der Limousine an seiner Studie IAA (Intelligent Aerodynamic Automobile) Concept orientiert und Telsa mit einer neuen Aerodynamik überrascht, ist nicht bekannt. Wer sich erinnert, weiß, dass die Studie mit einer herrlich anzusehenden Limousine präsentiert wurde, die über Hybrid-Antrieb, veränderbare Karosserie sowie voller Vernetzung verfügte. Sie galt als Sehnsuchtsauto, mittlerweile vermuten Insider der Branche, dass es das Vorreitermodell der neuen E-Limousine ist.

Sollte das der Fall sein, dürfen sich Autofahrer wohl auf eine mit Glasdach versehene Limousine freuen, die rund 5 Meter lang und knapp zwei Meter breit ist. Mit einem cw-Wert von 0,19 wäre das viertürige Auto dann die aerodynamischste Limousine der Welt, bei der sich mit Veränderung der Geschwindigkeit die Karosserie anpassen würde. Das bedeutet, die Karosserie schaltet sich bei Tempo 80 automatisch um. Im Heck fahren sechs Leitbleche aus, die das luxuriöse E-Auto 39 cm länger machen und den Luftwiderstand senken würden. Gleichzeitig würden mit diesen Blechen die Umströmungen der Radkästen verbessert und Verwirbelungen am Unterboden des Fahrzeugs reduziert werden. Das wäre aber nicht das einzige technische Highlight. Die Felgen könnten bei einer hohen Geschwindigkeit eine glatte Fläche bilden, um den Energieverbrauch noch weiter zu senken. Diese Technik ist bei der neuen E-Limousine von Mercedes durchaus vorstellbar.

Doch noch gibt es viel zu wenige Informationen über das zukünftige Modell des deutschen Autoherstellers, um einen hochwertigen Vergleich mit dem Telsa durchführen zu können. Da muss man abwarten, was die Präsentation auf der Automesse Mondial de L’Automobile in Paris bringt. Spannend bleibt es in jedem Fall.

Foto: Hersteller