Fiat Fullback Offroad Tour – Im italienischen Pick-up-Alleskönner durch Südengland zur „MX of Nations“ 2017

Im Lauf der Zeit habe ich mich zum veritablen Pick-up-Fan entwickelt. Warum? Ich mag das hohe Sitzen vorn, die praktische Pritsche hinten, die Geländegängigkeit und irgendwie auch das robuste Cowboy-Gefühl beim Fahren. Doch Lifestyle hin, Freiheitsgefühl her – der Fiat Fullback wird nach wie vor auch als reines Nutzfahrzeug eingesetzt. Gründe genug, den Pick-up in der traumhaften südenglischen Landschaft nicht allein auf seine Offroadtauglichkeit zu testen.Die Reise führte uns von London, nach Portsmouth, Bournemouth, und über den New Forest nach Winchester. Dort fand am vergangenen Wochenende das „MX of Nations 2017Motocross Event statt, bei dem Fiat als einer der Hauptsponsoren fungierte und zeigen konnte was der italienische Muli so alles drauf hat.Moto-Cross vom Feinsten
Das Abenteuer begann nach der Fahrt von London nach Portsmouth. In der lebendigen Hafenstadt übernahmen wir die Pickups. Von dort führte die Reise zunächst via Fähre zum „Solent Forts“. Dieses Bauwerk mitten im Atlantik diente in vergangener Zeit als Seefort zur vorgelagerten Verteidigung der Küste. Für uns war das Fort außergewöhnliche Location für ein Essen in beeindruckender Kulisse.

Heute ist das Solent Fort ein Luxushotel inklusive Verwöhn-Restaurant, Wellness-Center und Kriegsmuseum in einem. Wieder Festland unter den Füßen, ging es weiter nach Bournemouth ins Highcliff Marriott. Ein Luxushotel, das in atemberaubender Lage auf den Klippen mit seinem morbiden Charme, aber in luxuriösem Ambiente als willkommenes Quartier für die Nacht diente

Die Fahrt am nächsten Tag führte uns nach Winchester, das an prächtiger Einöde und Idyll kaum zu übertreffen ist. Der nur dünn besiedelte Landstrich liegt nah am Ärmelkanal. Hier sagen sich sprichwörtlich Fuchs und Hase „Gute Nacht“. Ein echtes Hideaway für alle Burnout-Bedrohten, oder jene, die es soweit gar nicht erst kommen lassen wollen. Auf den engen Straßen des New Forest Nationalparks kreuzten Pferd, Schweine und Schafe unseren Weg. Sie hatten wenig Scheu vor dem Fiat Fullback und der Kamera-Linse. Ach … wie nett.

Matsch as Matsch can

Dauerregen und in der Folge morastig-schlammiger Boden waren das perfekte Terrain für den italienischen Pick-up mit Allradantrieb, sich zu beweisen. Und tatsächlich wusste der Bruder des Mitsubishi L200 zu überzeugen. Der Fiat Fullback vereint gelungen die Kombination aus permanent nutzbarem Allradantrieb und Geländeuntersetzung. Das sorgt für mehr Sicherheit bei der Fahrt auf nassen, schlammigen Straßen nicht nur jetzt im Herbst. Via Knopfdruck gibt es volle Geländetauglichkeit. Für stets ausreichend Drehmoment kommt der (Mitsubishi) Vierzylinder Diesel mit 2,4 Litern und 181-PS auf. Er ist in Verbindung mit der Fünfgang-Wandler-Automatik zwar nicht leise, aber wirkungsvoll. Das Fahrwerk des Fullback erscheint durch das hohe Gewicht des Fahrzeugs und der hinteren Blattfeder-Starrachse robust.

Der 1.9 Tonnen schwere Pick-up kann eine Anhängelast von bis zu drei Tonnen ziehen. Das können heute nicht viele Pick-ups. Wer jedoch einen sanft gefederten PKW mit feinem Handling für die Stadt erwartet, der sollte nicht zum Fullback greifen. Für die letzten Cowboys, Bio-Farmer oder Hardcore-Motocrosser unter euch, sei gesagt: Der Fullback ist mit seinem 154 PS Motor und der 6-Gang Handschaltung ab 26.656 Euro als „Extended Cap“ zu haben.

Pick-up wird zum Traktor

Ziel unserer Reise war, wie bereits erwähnt, das „MX of Nations 2017“. Bei diesem Motocross-Event treten die Fahrer aus den verschiedenen Klassen wie MXGP, MX2 und MX Open gegeneinander an. Pro Land duellierten sich drei Fahrer in drei Rennen, um für ihr Team zu gewinnen. Am Schluss wurden die Zeiten addiert. Die Rennstrecke im malerischen „Matterley Basin“ gelegen war durch den Dauerregen zur Schlamm-Landschaft geworden. Genau die richtigen Verhältnisse für den Fullback. Er hatte hier keinerlei Probleme, zog sogar traktor-like Steckengebliebene aus dem Gelände. Dem neunfachen Weltmeister Tony Cairoli musste man indes nicht helfen. Mit ihm hat Fiat Professional, neben dem Sponsoring beim NXON2017, auch einen der besten Motocross-Fahrer der Welt unter Vertrag.

Auf der mörderischen Strecke haben es die Fahrer um Toni dann mit unfassbar weiten Sprüngen und waghalsigen Überholmanövern mächtig krachen lassen – muss man gesehen haben. Trotz der ungemütlichen Bedingungen durften sich die Fahrer über die euphorische Stimmung der rund 50.000 Zuschauer freuen. Sie feierten das gesamte Wochenende ihre ganz eigene Motocross Party, knietief im aufgeweichten Feld beim Campen – sympathisch-verrückt. Dabei wurde es fast zur Nebensache, das Frankreich vor den Niederlanden und England gewonnen hat. Tony Cairoli und seine Italiener wurden leider nur Siebte. Was bleibt? Ein unvergessliches Wochenende.