Knaus gibt Gas. In diesem Jahr stehen vor allem die Kastenwagen und die preisgünstigen Einsteigermobile im Fokus. Und der Campingbus auf VW Crafter Basis geht im Herbst jetzt doch in Serie.

Das Geschäftsjahr geht für die Jandelsbrunner Traditionsmarke Knaus samt den Tochterunternehmen Tabbert und Weinsberg mit einem sehr guten Ergebnis zu Ende. Sowohl in Deutschland als auch in Europa sei man Marktführer bei den Reisemobilen, heißt es. Und weil man weiter wachsen will und die eben in Betrieb genommene neue Fertigungsstätte in Ungarn schnell auslasten will, setzt Knaus auf die Klassen, die Wachstum versprechen und die dank günstiger Preise Volumen garantieren.Und das sind die günstigen Einsteigermobile, von denen es unter der Modellbezeichnung Live gleich drei klassische Varianten gibt. Besonders preiswert ist der Live TI als teilintegriertes Mobil für 49.900 Euro, ausgestattet mit einem Hubbett, das die Anzahl der Schlafplätze an Bord auf mindestens vier erhöht, kostet das auf Fiat Ducato basierende Freizeitmobil 53.900 Euro. Dritte Version ist der Live Traveller im traditionsreichen Alkoven-Look, der vor allem für Familien und Vermieter gedacht ist. Beide sollen mit bis zu sieben Schlafplätzen, wechselbaren Sitzbezügen und soliden Metallbeschlägen für Türen und Klappen überzeugen. Die Preisliste beginnt bei rund 55.000 Euro.

Überraschungen gibt es in der volumenstarken Kastenwagen-Klasse. Nicht nur, dass Knaus versucht den sperrigen und nach Spediteur oder Handwerker klingenden Namen abzulösen. Auch der ursprünglich als Showcar gezeigte VW Crafter Ausbau soll als Knaus Boxdrive ab Herbst auf die Straßen rollen. „Die Resonanz auf der CMT war so umwerfend, dass wir gar nicht anders können, als mit dem Boxdrive in Serie zu gehen“, so Wolfgang Speck, Geschäftsführer bei Knaus-Tabbert.

Als Gründe sieht er die große VW-Fangemeinde, der ein klassischer T6 zu klein geworden ist und die nicht auf eine Toilette und eine Dusche an Bord verzichten wollen. Vor allem das von VW angebotene Doppelkupplungsgetriebe, das weitaus harmonischer schaltet als das automatisierte Schaltgetriebe des Fiat Ducato, sei für viele ein Kaufgrund. Selbst die zu erwartenden hohen Preise würden nicht abschrecken. 75.000 Euro muss der Kunde für einen halbwegs ordentlich ausgestatteten Boxdrive einplanen. Darüber hinaus gibt es Variantenvielfalt mit Front-, Heck- oder Allradantrieb, gute Konnektivität und ein umfangreiches Angebot an Assistenz-Systemen.

Günstiger geht die Boxstar Platinum Edition ins Rennen. Die kostet auf einem Fiat Ducato 45.390 Euro und ist komplett ausgestattet. Als Motorisierung dient der 96 kW/130 PS starke 2,3-Liter-Diesel, Markise und Fahrradträger gibt es in günstigen Paketen als Option. Caravaning Utility Vehicle, CUV, so will Knaus künftig alle ausgebauten Kastenwagen bezeichnen. Dies soll der beliebtesten Klasse unter den Reisemobilen endlich den Hauch von Spedition und Handwerk nehmen.Doch auch bei den Wohnwagen gibt es bei Knaus-Tabbert Neuigkeiten. Der Leichtbau-Caravan Travelino geht jetzt in Serie und kann zu Preisen ab 18.500 Euro von Zugfahrzeugen ins Schlepp genommen werden, die eben mal 750 Kilogramm Anhängelast haben. Ein Fiberglasrahmen und Ultra-Leichtbau mit geschäumten Möbeln ermöglichen dies. Die Wohnwagen-Baureihe Sport bekommt eine verbesserte Ausstattung und zwei neue Grundrisse, als Multifunktionsanhänger stellen die Jandelsbrunner den Deseo vor. Das ist ein Hubbett-Wohnwagen für 19.890 Euro, in dem dank aufklappenden Hecks sogar zwei große Motorräder oder andere Sportgeräte befördert werden können.

Neue Frontpartien bei Tabbert sowie die Sonderserie Vivaldi Finest Edition mit 6.000 Euro Preisvorteil meldet die Caravan-Premium-Marke als Neuheiten, der Rossini bekommt ein neues Innendekor. Weinsberg wertet die Campingbusse, Pardon – CUV – mit LED-Leuchten, vergrößertem Wassertank (110 Liter) und edleren Polsterstoffen auf.

Knaus gewährt künftig 10 Jahre Dichtigkeitsgarantie für alle Fahrzeuge ab Modelljahr 2018 und plant ein Auslieferungszentrum in Jandelsbrunn, das Werksabholungen (890 Euro für Reisemobile, 790 Euro für Wohnwagen) möglich macht. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr 20.600 Reisemobile und Wohnwagen gebaut und seinen Umsatz auf 549 Millionen Euro gesteigert. Was einer Verdoppelung innerhalb von fünf Jahren entspricht. mid

Fotos: Knaus und Der-Autotester.de