Ausnahmsweise hat sich der-Autotester.de mit gebrauchten Autos beschäftigt. Lest hier unseren SUV-Vergleich:

Wer hat die Nase bei kompakten SUVs vorn? BMW, Audi oder doch wieder mal Mercedes?  Oder gar ein Import Geländewagen? Die Modellpaletten der Automobilhersteller werden immer umfangreicher. Hier den Überblick zu behalten wird immer schwerer. Um Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir drei oft gekaufte Modelle verglichen: Audi Q3, Mercedes GLK und BMW X3.

                                                                                                                              BMW X3 2.0d Xdrive; EZ 2015

BMW X3 – der Bullige

„Mensch, ist der groß und bullig“. Das M-Sport-Paket unseres Testwagens hat an dieser Wirkung beträchtlichen Anteil. Dieser X3 könnte gut auch ein X5 sein. Der erste Eindruck beim Einsteigen ist gut, alles fühlt sich hochwertig an. Griffiges Leder am Sportlenkrad. Tasten und Regler, wie man es bei BMW gewohnt ist, perfekt platziert.

Bullige Front

Der Blick fällt vom Fahrersitz aus über die lange, kantige Motorhaube. Gefühlt sitze ich rund einen halben Meter höher als andere Verkehrsteilnehmer in ihren Autos. Der 2-Liter-Diesel-Motor mit seinen 140 kW (190 PS) Leistung und 400 Newtonmeter Drehmoment weiß zu überzeugen. Über die blitzschnell schaltende 8-Gang Automatik muss man kaum Worte verlieren. Sie arbeitet ohne erkennbare Schubunterbrechung. Auf der Landstraße im 8. Gang lässt es sich so gemütlich und spritsparend cruisen. Bei harter Gangart und durchgetretenem Gaspedal schaltet die Automatik mal eben 4 Gänge runter und ab geht die Post.

IMG_1810Im Testwagen ist das BMW Business Navigationssystem und ein Hifi-Lautsprecher System verbaut. Das Navi ist über den I-Drive Controller super einfach zu bedienen. Die hochauflösende Darstellung der Karten überzeugt. Der Klang des hochwertigen Soundsystems macht Laune. Die Sitze des M-Pakets sind für meinen Geschmack etwas zu straff ausgefallen, bieten aber einen optimalen Seitenhalt.

Der X3 zeigt sich alltagstauglich.  Reichlich Stauraum in Türen und Armlehnen macht den BMW X3 auf Urlaubsreisen zum Familienexpress. Mein Kauftipp: Die elektrische Heckklappe macht das Leben nach dem Shoppen leichter.

Was mich nicht überzeugte? Das billig wirkende Armaturenbrett. Das macht BMW heute besser.

                                                                                                             Mercedes GLK 220CDI 4matic; EZ 2014


Mercedes GLK – der Gediegene

Seit 2008 ist der Mercedes GLK mittlerweile auf dem Markt. Erst kürzlich wurde mit dem GLC sein Nachfolger präsentiert. Trotzdem lohnt sich der Blick auf den GLK, denn der beliebte SUV ist auch als Gebrauchter spannend.

Seine Optik scheidet noch immer die Geister. Mir persönlich gefällt der kantige Look, irgendwie klassisch, erinnert er mich an der Ur-SUV, den Mercedes G.

Wie beim BMW X3 fühle ich mich auch im GLK auf Anhieb wohl. Im Gegensatz zum BMW wirkt der Benz aber eher klassisch. Die Verarbeitungsqualität erscheint top, also auf sehr hohem Niveau. Das Armaturenbrett gefällt mir besser, als im BMW.

mercedes-benz-glk-class-x204_beckermappilot_02_814x443_04-2013Kantiges Design des Mercedes     

Was mir beim ersten Fahren auffällt, ist die gute Übersicht im Auto. Ein Vorteil der klaren kantigen Form. Gewöhnungsbedürftig ist der Automatikwählhebel am Lenkrad. Die Automatik schaltet sanft, jedoch nicht ganz so fix wie im BMW, alles läuft etwas gemächlicher und nicht ganz so sportlich ab.

Der 2,2-Liter-Diesel-Antrieb bewegt den GLK ausreichend dynamisch vorwärts. Der Bi-Turbo entfaltet seine Kraft nicht so überzeugend und agil wie der Motor im BMW.

Im Testwagen ist das Becker MapPilot-Navigationssystem verbaut, das sich leicht bedienen lässt und seine Funktion gut erfüllt. Die verbauten Serien-Lautsprecher klingen satt. Auch die Höhen werden klangvoll wiedergegeben. 

                                                                                                                         Audi Q3 2.0TDI quattro; EZ 2014

Audi Q3  – der junge Wilde

Zugegeben, der Q3 ist der kleinste im Vergleich. Jedoch erfreut sich gerade dieser kompakte Geselle großer Beliebtheit, da er praktische Außenmaße mit einer hohen Sitzposition verbindet.

Schon der erste Eindruck des mit dem S-Line Paket versehenen Testwagens überzeugt. Der Q3  erscheint im Vergleich der Sportlichste.

Überraschend: Wie beim BMW und beim Mercedes sitzt man im formal kleineren Audi ziemlich hoch. Im Innenraum des Q3 fühle ich mich auf Anhieb wohl. Die verwendeten Materialien fühlen sich gut an.  Alle Bedienelemente finden sich am erwarteten Platz.

Der Sportliche

Kritikpunkt: Die im Testwagen verbaute Mediaeinheit und die manuelle Klimaanlage wirken in einem Fahrzeug in dieser Preisklasse kaum passend.

Der Q3 überzeugt mich beim Fahren. Seine sportliche Abstimmung liegt näher am BMW, als am Mercedes.

Das nicht mehr taufrische Diesel-Aggregat mit seinen 130 kW (177 PS) überzeugt mit überraschender Drehfreude und kernigem Sound. Nicht zuletzt durch die roten Zeiger im Tacho wirkt der Q3 auch innnen sportlicher als der Mercedes GLK.  Das optionale 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe arbeitet mit dem 4-Zylinder-Diesel in perfekter Harmonie zusammen. Was mich stört? Das laute Brummeln des Motors im Drehzahlkeller.

IMG_1792Die Multimediaeinheit wird im Q3, im Gegensatz zu den beiden anderen Probanden, über einen Drehregler am Armaturenbrett gesteuert. Anfangs erschien mir dieses System weniger bedienfreundlich, jedoch habe ich mich bald daran gewöhnt. Der Bildschirm des Navigationssystems löst wunderbar hoch auf. Die verbauten Standard Lautsprecher haben im Vergleich zum BMW und Mercedes in Sachen Klangqualität das Nachsehen.

 

Fazit

Der Audi überzeugte mich. Aber seinen Preis empfinde ich für ein Wagen dieser Größe zu hoch.

Den BMW würde ich dem Audi vorziehen. Jedoch sind seine großen Außenabmessungen und damit die schlechtere Alltagstauglichkeit im Innenstadtverkehr aus meiner Sicht sein wesentlicher Nachteil.

Der Sieger des Vergleichstestes ist für mich – trotz seines fortgeschrittenen Alters – der Mercedes GLK. Durch seine gute Übersichtlichkeit und die geräumigen Platzverhältnisse besitzt er die beste Alltagstauglichkeit. Auch wenn er für Fans sportlich ausgelegter SUVs wohl nicht die erste Wahl sein dürfte.