Reine Luft schlägt individuelle Mobilitätsbedürfnisse: Diese Meinung vertreten 62 Prozent der Deutschen in einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Südwestrundfunks und unterstützen Fahrverbote für ältere Fahrzeuge bei Grenzwert-Überschreitungen. In Großstädten sprachen sich mit 66 Prozent noch mehr Bürger für Einschränkungen aus. Aber selbst Menschen, die „weniger stark“ oder „gar nicht“ persönlich gesundheitlich belastet sind, sagten zu 60 Prozent, dass solche Fahrverbote richtig sind. Von den deutschen Autobauern zeigen sich die Befragten enttäuscht: 34 Prozent sind unzufrieden mit den Anstrengungen, umweltfreundliche Autos zu entwickeln, 27 Prozent sogar sehr unzufrieden. Und 52 Prozent finden, dass die Politik zu viel Rücksicht auf die Automobil-Hersteller nimmt.

Wie die aktuellsten Zahlen des Umweltbundesamtes nahelegen, sind von der Stickstoffoxid-Problematik deutlich mehr Städte betroffen als die öffentlich diskutierten. Demnach war im laufenden Jahr an 58 Prozent der straßennahen Messstationen in deutschen Städten die Luft „zu schlecht“. „Es hat sich also im Vergleich zum Vorjahr im Grunde nichts getan. 2016 waren es 59 Prozent“, sagt Bundesamtspräsidentin Maria Krautzberger. An besonders belasteten Standorten etwa in München oder Stuttgart seien die erlaubten Jahresmittelwerte von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter um das Doppelte überschritten worden. mid