Wie viele Deutsche besitzen ein Auto? Wo gibt es hier zu Lande die meisten Pkw pro Einwohner und wer hat die meisten Zweitwagen? Wie viel geben die Menschen zwischen Flensburg und Füssen im Monat für ihr Auto aus? Worauf würden sie zur Not verzichten, um ein eigenes Auto zu besitzen? Diesen und einer Reihe weiterer Fragen ging jetzt das fünftgrößte Marktforschungsunternehmen weltweit, die GfK in Nürnberg, in einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Bank of Scotland unter rund 1800 Deutschen zwischen 18 und 69 Jahren auf den Grund. Das Ergebnis birgt eine ganze Reihe von Überraschungen.

Auch wenn in den Großstädten Carsharing immer mehr Anhänger gewinnt und ein Teil der jungen Generation zwischen 18 und 28 angeblich den Besitz eines eigenen Fahrzeugs für verzichtbar hält, ist das Auto ist nach wie vor der Inbegriff individueller Mobilität. Auch in Zukunft wird die Zahl der PKW-Besitzer in der Autofahrernation Deutschland voraussichtlich weiterhin hoch bleiben. Schon heute verfügen vier von fünf Bundesbürgern über mindestens ein Auto. Das ist eines der Ergebnisse der Studie „Auto & Kredit Navigator“ der Bank of Scotland. Selbst von den Haushalten mit einem Nettoeinkommen von weniger als 1000 Euro verfügt fast jeder Zweite über einen eigenen PKW.

Mit nur einem Auto begnügen sich 64 Prozent der Bundesbürger, immerhin 16 Prozent leisten sich den Luxus eines Zweit- oder sogar Drittwagens. Im letzten Punkt führen Männer mit 19 Prozent gegenüber Frauen (zwölf Prozent), und auch Haushalte mit Kindern sind im Vergleich zur Bundesbevölkerung (16 Prozent) überdurchschnittlich oft im Besitz mehrerer PKW (28 Prozent). Erstaunlich ist die Antwort auf die Frage, wo denn die meisten Autos pro Kopf der Bevölkerung zugelassen sind. Statt wie anzunehmen in den reichen Gegenden der Republik wie Hessen, Bayern oder Baden-Württemberg, deren Bewohner mit ihrem Einkommen an der Spitze der Republik liegen, gönnen sich tatsächlich die meisten Saarländer mindestens einen Privatwagen, im Schlusslicht Berlin jedoch nur jeder zweite Bürger zwischen 18 und 69. Generell besitzen die Befragten in Kleinstädten mit weniger als 20 000 Einwohnern eher einen eigenen PKW (87 Prozent) als die in Großstädten mit mehr als 500 000 Einwohnern (69 Prozent).

Den sprichwörtlich sparsamen Schwaben scheint allerdings der Euro in puncto Autokauf etwas lockerer zu sitzen als den übrigen Deutschen. 25 Prozent der Einwohner im Autoland Baden-Württembergs besitzen zwei oder mehr PKW. Am geringsten ist dieser Anteil in Hamburg – mit nur sechs Prozent.

Das eigene Auto kostet trotz sinkender Treibstoffpreise immer noch einen ganzen Batzen Geld: Steuern, Versicherung und weitere laufende Fahrzeugkosten lassen sich die Deutschen durchschnittlich 239 Euro pro Monat kosten, wobei Männer mit im Schnitt 270 Euro pro Monat deutlich mehr Geld in ihr Fahrzeug stecken als Frauen, bei denen die monatlichen Kosten lediglich 204 Euro betragen. Auch zwischen alten und neuen Bundesländern bestehen Unterschiede: Im Westen liegen die laufenden PKW-Kosten bei durchschnittlich 246 Euro, im Osten bei 209 Euro.
Für den Kauf eines Autos – egal ob fabrikneu oder gebraucht – reichen Sparschwein oder Bankkonto oft nicht aus. Um sich einen PKW leisten zu können, nimmt etwa jeder dritte Deutsche (36 Prozent) einen Kredit auf, stürzen sich Männer (41 Prozent) eher in Schulden als Frauen (32 Prozent).

Von Leuten mit Kindern im Haushalt kann sich sogar jeder Zweite (49 Prozent) vorstellen, für ein Auto einen Kredit aufzunehmen.
Wie wichtig vielen ein fahrbarer Untersatz ist, zeigen die Antworten, worauf die Leute bereit wären, zugunsten eines eigenen Autos zu verzichten: Am ehesten (39 Prozent) würden sie Kurzausflüge zurückstellen, jeder Vierte (28 Prozent) wäre bereit, zugunsten seines Autos Feiern und Feste, beispielsweise zu Weihnachten oder an Geburtstagen, ausfallen zu lassen. Bei den Männern ist es sogar fast jeder Dritte (32 Prozent). Sogar den Haupturlaub im Sommer würden 27 Prozent der Autobesitzer zugunsten ihres Fahrzeugs ausfallen lassen.