Einen wirklichen Grund, einen SUV oder Geländewagen zu fahren, gibt es für die wenigsten. Deutsche Straßen sind schließlich mit die besten in Europa. Gelegenheiten mal abseits im Gelände. Klar. warum nicht. Aber wer macht das schon regelmäßig? Aber darum geht es ja nicht. Wir lieben eben, was hipp ist. Möchten mit der Wahl des Fahrzeugs unsere Lebenseinstellung ausdrücken. Und mit dem Sportage trifft Kia jenen so wichtigen Nerv der Zeit. Nun schon in der vierten Generation. Denn  dieses Modells stellt der koreanische Autobauer schon seit 1993 her. Im vergangenen Jahr hat Kia sogar einen Verkaufsrekord einfahren können. 12 750 Mal ist er allein in Deutschland als Neuwagen an den Mann oder die Frau gegangen. Wohl gemerkt, im letzten Jahr seines Lebenszyklus. Beste Voraussetzungen für den neuen Sportage, der am 30. Januar zu den Händler rollt.Kia Sportage GT Line

Den Crossover Kia gibt es in verschiedenen Modell-Linien. Die Wahl für den Testwagen fällt auf den Sportage in der „GT Line“ – die sportlichste Variante. Die Neuauflage des Lifestyle-SUV ist um vier Zentimeter auf 4,48 Meter gewachsen und innen entsprechend geräumiger geworden. Die auffälligste Veränderung zeigt der Sportage im Gesicht. Die kia-typische Tigernase, die den Kühlergrill ziert, wurde geliftet. Die schnittigen Scheinwerfer etwas hoch gerückt. Sie setzen sich nun stärker vom tiefer gelegten Kühlergrill ab. Maskuliner, weil muskulöser als der Vorgänger, wirkt das Heck mit den optisch verbundenen Rückleuchten. Kia Sportage G-Line„Kia hat das SUV ins Fitness Studio geschickt“, bringt es Marketingdirektor Axel Blazejek auf den Punkt. Denn tatsächlich steht vor uns ein Kia Sportage mit noch sportlicherer Anmutung. Klare Linien, ein ästhetischer Athlet, mit dem auch frau sich sehen lassen kann und will.

Innenraum

Bitte einsteigen. Frau fühlt sich spontan wohl im Sportage. Ob es an bequemen Sitzen, dem hellen Panarama-Glasdach liegt, dem angenehm griffigen Multifunktions-Lenkrad aus Leder oder am aufgeräumten, klar gegliederten Cockpit?  Es ist wohl die Kombination aus allem. Die Sitze bieten nicht nur einen obligatorischen „Popowärmer“ – auch die Lehnen sind beheizt und sogar belüftet. Vorne und hinten ist jeweils ein USB-Anschluss vorhanden. Für fortschrittliche Handybesitzer steht auch eine induktive Lademöglichkeit (Paket 5) bereit. Neu ist der Notbrems-Assistent, der auch für Fußgänger stoppt. Für zusätzliche Sicherheit sorgen ein Toter-Winkel- und ein Spurhalte-Assistent. Und frau darf selbstredend den optionalen (Teil von Ausstattungspaket 5) „Parkroboter“ nicht vergessen, der den Sportage parallel- und auch quer zur Straße selbstständig in die Parklücke fährt und wieder heraus. Wow, damit kann frau nicht nur bei den Freundinnen punkten.

Gepäckraum gewachsen

Und auch das Gepäckraumvolumen ist gewachsen. Inklusive dem Ablagefach im unter dem Ladeboden stehen nun auf 503 bis 1.492 Liter bereit (bisher 465 Liter).

Motor, Antrieb und Fahrgefühl

Die Antriebspalette des neuen Kia Sportage umfasst fünf Motoren (zwei Benziner, drei Diesel) mit 85 bis 136 kW (115 bis 185 PS), die je nach Motorisierung mit Front- und Allradantrieb erhältlich sind. Vier der Motoren wurden vom bisherigen Modell übernommen und überarbeitet. Dadurch konnten die Emissionen deutlich reduziert (auf bis zu 119 g/km CO2 beim 1.7 CRDi) und zugleich die Fahrleistungen durchweg verbessert werden.Kia Sportage MotorUnser Testfahrzeug ist mit dem neuen, 130 kW (177 PS) starken 1,6-Liter-Turbobenziner mit Direkteinspritzung ausgestattet, der sich optional mit dem ebenfalls neuen, komfortablen 7-Stufen-Direktschaltgetriebe (DCT) kombinieren lässt. Mit ihm kann sich frau noch besser auf den Verkehr konzentrieren. Vortrieb ist mit diesem Benzin-Aggregat und seinem maximalen Drehmoment von 265 Newtonmetern ausreichend vorhanden. Nach 9,1 Sekunden erreicht der rund 1,7 Tonnen schwere Sportage Tempo 100. Bei 201 Stundenkilometern ist Schluss mit lustig. Der Allradantrieb generiert ein Plus an Traktion und unterstützt nicht allein beim Kurventanz.

Verbrauch

Trotz zurückhaltender Fahrweise zeigte der Bordcomputer auf unseren Testfahrten einen deutlich höheren Durchschnittsverbrauch aus, als dem auf dem Norm-Prüfstand. Kia gibt den Sportage mit dem 177-PS-Benziner mit einem Norm-Mix-Verbrauch von 7,5 Liter. Auf unseren Testfahrten lag der Verbrauch jedoch deutlich über 10 Litern.

Navigation mit Schwäche

Das Navigationssystem des Sportage zeigte während unserer Testfahrt Schwächen. Die akustische Ansage führte frau immer wieder auf Abwege. Hier sollte Kia schnellstens nacharbeiten. Denn ein Navigationssystem, das falsch leitet, ist ein nutzloses Ärgernis.

Preise

Die Einstiegsversion des Kia Sportage kostet mit dem 1.6 GDI in der Ausstattungslinie „Attract“ und Vorderradantrieb ab 19.990 Euro und damit 600 Euro weniger als das Vorgängermodell. Der Sportage GT Line 1,6  T-GDI und Allradantrieb möchte mit den im Testwagen verbauten Sonderausstattungen schon mit knappen 40.000 Euro bezahlt werden. Wie immer ist bei Kia darin eine 7-Jahre-Herstellergarantie eingeschlossen.

Fazit

Der Kia Sportage bietet viel Auto und Technik für sein Geld. Die Autos der koreanischen Marke Kia haben sich im vergangenen Jahrzehnt enorm entwickelt und können heute im Wettbewerb gut mithalten. Ob frau das Auto kaufen und fahren würde? Geländewagen braucht frau eigentlich nicht. Doch die bequeme höhere Sitzposition, der technische Schnick-Schnack und vor allem sein bestechender Anblick reizen frau jedoch dieses Lifestyle SUV zu fahren.

Zum Konfigurator

Technische Daten 

Daten Kia Sportage 1.6t-GTi AWD GT-Line Automatik

Länge x Breite x Höhe (in m): 4,48 x 1,86  x 1,645
Motor: Vierzylinder-Turbobenziner
Leistung: 130 kW/177 PS bei 5.500/min
Max. Drehmoment: 265 Nm bei 1.500/min bis 4.500/minBodenfreiheit: 17,2 cm
Böschungswinkel: vorn 16,7°, hinten 23,9°; Rampenwinkel: 18,5°
Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 9,1 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 7,5 Liter Super
CO2-Emissionen: 175 g/km (Euro 6)
Leergewicht / Zuladung: min. 1615 kg / max. 636 kg
Kofferraumvolumen: 503 l bis 1.492 l

Tankinhalt 62 l

Max. Anhängelast: 1.900 kg
Wendekreis: 10,6 m
Räder / Reifen: 7,5 J x 19 / 245/45 R 19 98W
Luftwiderstandsbeiwert: 0,33
Preis des Testwagens: ab 34.190 Euro