Was ist die Geschichte zum Update des neuen Golf? Ständig sind wir Autojournalisten auf der Suche nach Storys. Die goldene Golf-Geschichte ist genauso eindeutig wie einmalig. Seit 1974 wird er gebaut, alle 40 Sekunden wurde in den letzten vier Jahrzehnten irgendwo auf der Welt ein Golf gekauft. In 24 Stunden entstehen 2.700 neue Golf Modelle. Dreht sich die Erde auf ihrer Umlaufbahn ein Mal ganz um die Sonne, entstehen in dieser Zeit eine Millionen neue Golf. Mit mehr als 33 Millionen verkauften Exemplaren ist der Golf vor dem Käfer das erfolgreichste europäische Auto. Doch woher rührt dieser Erfolg und wir das auch in Zukunft so bleiben? Wir nehmen das Update des beliebtesten Autos der Deutschen für sie unter die Lupe.Welcher Ort würde sich für einen winterlichen Test des erfolgsverwöhnten Wolfsburger Aushängeschilds besser eignen, als die beliebteste Insel der Deutschen – Mallorca. Was die deutschen Touristen an dem Island genauso lieben wie an ihrem Golf ist: Zuverlässigkeit, Erwartungssicherheit, Variabilität und Akzeptanz in allen Klassen. Dabei entwickelt sich die Insel langsamer weiter als das Auto. Sprechen die Mallorciener von einer ständig wachsenden Zahl und Qualität der Hotels, spricht man in Wolfsburg inzwischen von Vernetzung, Gestensteuerung, teilautonomem Fahren, Nachhaltigkeit und zukunftsträchtigen Antriebsarten.Da steht er nun am Strand. Ganz gleich ob an der Schinkenstrasse oder vor einem 5-Sterne Hotel. Irgendwie passt der Golf überall hin. Ist doch nur ein popliger Golf – denken manche – doch da uns allen seine Linienführung im Kopf ist, darf man durchaus von einer Designikone unserer Zeit sprechen. Das neue Modell wird durch einige kleine Änderungen charismatischer. So sind die Stoßfänger schärfer gezeichnet worden. Der Radarsensor für das ACC wurde charmant im VW Zeichen versteckt. Auch lösen bei allen Modellen ab 2017 LED-Scheinwerfer die Xenon-Lampen ab. Das Heck zieren fortan serienmäßig LED-Rückleuchten, die optional über eine animierte Blinkerfunktion verfügen. Das neue Lichtkonzept gilt übrigens auch für den Golf Variant (Kombi), der nun mit optionalen Chromblenden im Diffusor bestellt werden kann. Der GTI ist weiterhin an dem Roten Streifen im Kühlergrill und seitliche Winglets in den LED-Doppelscheinwerfer zu erkennen.Will man beschreiben warum der Golf so erfolgreich ist, dass man sogar von der Golf-Klasse spricht, so muss man sich nur einmal hineinsetzen. Denn jetzt passiert etwas erstaunliches. Das Auto scheint beinahe jedem Menschen auf den Leib geschneidert. Wie die Wolfsburger Ingenieure das schaffen, bleibt wohl ihr Geheimnis. Doch wer rastet, der rostet. Deshalb kommt im Update jetzt fast alles zum Einsatz, was der Konzern technisch zu bieten hat. Dabei fällt der neu konzipierte größere Touchscreen des Infotainmentsystems ins Auge. Tasten und Drehregler gehören der Vergangenheit an. Die Bedienung erfolgt ausschließlich über den Touchscreen. Das System „Discover Pro“ ist mit 9,2 Zoll Monitor erhältlich und bringt erstmals in der Kompaktklasse die Gestensteuerung mit Annährungssensorik an Bord. Mit dem „Active Info“ Display erhält der Golf erstmals ein 12,3 Zoll großes voll digitales Kombiiinstrument, das mit fünf verschiedenen Profilen arbeiten kann.Durch eine Wisch-Geste kann sich der Fahrer jetzt durch das Hauptmenü bewegen. Mit „App-Connect“ lassen sich alle Smartphone Modelle vernetzen. Zusammen mit dem Start-up-Unternehmen „DoorBird“ kann man sich im Golf mit der Video-Türsprechanlage zuhause verbinden, mit Briefträgern oder Familienmitgliedern reden und die Türe öffnen. Die Funktion „Security & Service“ ruft im Falle eines Unfalles nicht nur automatisch den Rettungsdienst, sondern hilft auch dem Smartphone zu überprüfen, ob der Wagen verschlossen und das Licht ausgeschaltet ist. Dabei können besorgte Eltern auch von zuhause aus überprüfen, ob ihre Kinder im Golf zu schnell fahren oder bestimmte Gebiete verlassen. Mit „Guide & Inform“ lassen sich live Verkehrsdaten einspeisen und auch eine dynamische Verkehrsführung ist möglich.Steht man doch mal im Stau, so hilft der neue Stauassistent. Er funktioniert auf Basis des Spurhalteassistenten und der automatischen Distanzregelung. Mit dem DSG-Getriebe fährt der Golf nun bis 60 km/h teilautonom. Reagiert der ein eingeschlafener Fahrer nicht auf ein kurzes akustisches Signal, versucht der Golf ihn durch kurze Bremsstöße wachzurütteln. Erfolgt weiter keine Reaktion, folgt ein automatisches Abbremsen mit leichten Lenkmanövern bis zum Stilstand. Der Front Assist registriert künftig nun nicht nur auf Fahrzeuge, sondern auch auf Fußgänger, die sich quer zur Fahrbahn bewegen. Bei drohenden Kollusionen bremst die Citynotbremsfunktion autonom ab. Mit diesem Verbund an Sicherheitssystemen, entlastet man den eigenen Schutzengel und den Dritter ungemein.Fast jeder ist den Golf schon einmal gefahren, deshalb ist eine Beschreibung obsolet. Ohnehin ist es schwierig, den Golf, der in zahlreichen Motorversionen und in vier Karosserieversionen verfügbar ist, pauschaliert zu beschreiben. Das sind mit Benziner, Diesel, Erdgas-, Plug-in-Hybrid-, und rein elektrischen Motoren inzwischen 13 verschiedene Motoren zwischen 85 und 230 PS. Um in die Zukunft zu starten, ist der Golf nun mit einem neuen 1.5 Liter Vierzylinder-Turbobenziner mit variabler Zylinderabschaltung zu haben. Er soll im Laufe des Jahres alle 1,4-Liter-Benziner. Das neue 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe (DSG) wird in vielen Fällen das bisher eingesetzte 6-Gang-DSG ablösen und soll den Verbrauch auf bis zu 0,3 Liter pro 100 km/h senken können. Dazu sind alle Golf mit Start-Stopp-System und Rekuperationsmodus (BlueMotion Technology) ausgestattet.

Fazit:

Zwar bleibt unterm Strich beim neuen Golf vieles beim Alten, doch er startet technisch in die Zukunft. Der neue 1.0 Liter Benzin-Basismotor mit 63 kW/85 PS wird ab Februar 2017 einem Preis ab 17.850 Euro zu haben sein. Klimaanlage, Infotainmentsystem und LED Rückleuchten sind dann bereits an Board. Damit wird der Golf zwar kein Schnäppchen, aber ein für viele passendes Auto in solider Qualität und moderner Technik bleiben. Mit modernster Konnektivität, Gestensteuerung, Teilautomatisierung, effizienten Motoren und alternativen Antrieben bringen die Wolfsburger den Golf in die Zukunft. Schon im Frühjahr wird ein Plug-in Modell und der e-Golf mit verdoppelter rein elektrischer Reichweite folgen.

 

Technische Daten

Volkswagen Golf 2.0 TDI BMT mit DSG

Länge x Breite x Höhe (in m): 4,26 x 1,80 (mit Spiegel 2,03) x 1,49
Radstand (m): 2,62
Motor: 4-Zylinder, Reihen-Diesel, 1968 ccm, Biturbo, Direkteinspritzung
Leistung: 110 kW / 150 PS von 3500–4000 U/min
Max. Drehmoment: 340 Nm von 1750–3000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 216 km/h
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 8,6 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 4,6–4,2 Liter
CO2-Emissionen: 120 g–114 g/km
Effizienzklasse: B – A (Euro 6)
Leergewicht / Zuladung: min. 1366 kg / max. 564 kg
Basispreis: 30.525 Euro