2017 wird der kleine Fiat 500 beeindruckende 60 Jahre alt. Grund genug, die erfolgreiche Form auch für größere Autos zu nutzen. So hat Fiat vor dem suv-artigen 500X, schon den 500L kreiert – der große Fiat-500 für die Familie. Passend zum Cinquecento-Jubiläum wird der vielseitige Familien-Van frisch aufgelegt. Die Italiener bieten mit Urban, Cross und Wagon drei Varianten zur Wahl, die den unterschiedlichen Anforderungen der Kunden gerecht werden sollen. Für das Facelift bekommt der 500L 40 Prozent neue Bauteile, moderne Technologien, verbesserte Konnektivität und ein Design, das sich stärker am kleinen Fiat 500 orientiert.Die Automobile Welt der Neuzeit hat so manches auf den Kopf gestellt. So ist Porsche inzwischen ein SUV-Hersteller, der „nebenbei“ auch Sportwagen absetzt. Auch der süße Mini wächst in alle Richtungen, und auch er ist als SUV, raumgebende Familienkutsche und Rolldach-Cabrio zu haben. Fiat hat von 1957 bis 1976 weltweit unglaubliche 3,9 Millionen Cinquecento abgesetzt. Danach folgte eine lange graue Phase der 500er-Leere. Warum? Das weiß niemand so genau. Erst 2007 wurde das kleine Erfolgsmodell von den Fiat-Strategen wiederentdeckt und neu aufgelegt. Und auch der Fiat 500 wuchs in alle Richtungen. Mit großem Erfolg. Die Menschen lieben auch den neuen Cinquecento.  Seit seiner Wiedergeburt haben sich zwei Millionen Kunden für den Fiat 500 entschieden. Zum Erfolg trugen auch gelungene Sondermodelle bei, die nicht selten mit Partnern wie Gucci, Diesel oder Riva entwickelt wurden.Mit dem 500L entstand 2012 ein Familien-Van, der in Europa inzwischen 20 Prozent Marktanteil erreicht hat.Es ist nur konsequent, dass das die Optik des Facelifts des 500L nun noch näher an den kleinen 500er heranreicht, denn seine Form ist es, die von so vielen als süß und gelungen gesehen wird. Trotz der um 10 Zentimeter gewachsenen Längenzuwachs (4,24 Meter Länge) schafft es das freundliche Gesicht um die begradigte Chromspange, die das Fiat- Logo umschließt, einen Retro Look zu erzeugen, wie ihn wohl nur Italiener zeichnen können. Für die nötige Portion Moderne steht das LED-Tagfahrlicht. Die Stoßfänger bekommen vorn und hinten eine neue Form. Die seitlichen Zierleisten sind ein charmantes Retro-Detail. Mit Blau, Bronze und Orange stehen drei neue Farben zur Wahl. Wo bisher zwei Bi-Color Lackierungen für das Dach nur in glänzendem Schwarz oder Weiß wählbar waren, ist nun auch ein mattes Schwarz erhältlich..

Der Innenraum des neuen 500L zeigt sich stilvoll. Getreu dem Lagerfeld-Spruch „wer Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“, geht es hier italienisch-schick zu. Mit oder ohne bequemer Buchse ist die leicht erhöhte Sitzposition im 500L angenehm. „Kino-Anordnung“ nennt Fiat die Positionierung des Gestühls. Soll heißen, dass die hinteren Sitze wurden höher positioniert. Auch die gute Rundumsicht lädt hier zum Sitzenbleiben ein.

Der bei nach vorne geschobener Rückbank 455 Liter fassende Kofferraum ist durch komplettes Umlegen derselben auf 1.480 Liter erweiterbar. Das 1,5 Quadratmeter große Glasschiebedach macht den Innenraum einladend hell. In Mitten des Tachos thront neuerdings ein farbiges 3,5-Zoll-Display. Es soll den Fahrer mit allen relevanten Daten informieren. Das komplett neue sportliche Drei-Speichen-Multifunktions-Lenkrad, und das 7-Zoll große Touchscreen Infotainment-System in der Mittelkonsole versprechen, dass es auch dem Kutscher und seinen Gästen auf der Fahrt nicht langweilig wird. Mit Uconnect Link lässt sich das Smartphone via Apple Car Play oder Android Auto auf den Monitor spiegeln. Außerdem sind die Klima-Regler nun hochwertiger ausgeführt, auch der Mitteltunnel wurde überarbeitet. So sitzt der Schalthebel jetzt – ergonomisch sinnvoll – etwas höher. Zusätzlich wurde die Position Handbremse modifiziert, das schuf Platz für einen praktischen Coupholder. Wem das zu viel Rationalität ist, der blickt auf die Fiat 500-Logos am Handschuhfach und dem Sockel des Gangwahl-Hebels und erinnert sich dabei vielleicht an frühe Italien Urlaube.

In Deutschland soll, so die Fiat Verantwortlichen, die Cross Variante das beliebteste der drei Modelle werden. Die bislang „Tracking“ genannte Variante rückt optisch an 500X heran. Ihr rustikaler Look wird durch den Unterfahrschutz, abgedunkelte Scheinwerfer, 25 Millimeter mehr Bodenfreiheit und die serienmäßigen 17-Zöllern unterstrichen. Der Drive Mode Selektor ist ebenfalls dem „Cross“ vorbehalten. Ihm wohnen drei Fahrmodi inne: Normal, Traction+, und Gravity Control. Letzteres soll bei Schnee, Matsch oder schlechtem Untergrund bei bis zu 30 km/h Anwendung finden. Außerdem verhilft eine elektronische Differentialsperre in der Vorderachse zu verbesserter Bodenhaftung. Mit „Gravity Control“ ist eine Bergabfahrhilfe an Bord, die zwischen 7 und 25 Stundenkilometern über rad-selektive Eingriffe in die Bremsanlage für Downhill Traktion via Motorbremse sorgt. Und wer es braucht, bekommt es noch größer: Der 500L „Wagon“ kommt mit einer Länge von 4.38, hier stehen (gegen Mehrpreis) sieben Sitze für die Familien bereit. Und mit einem Kofferraumvolumen von 638 bis 1.584 Litern, einer 2,6 Meter langen Durchlade-Möglichkeit und verschiebbaren Rücksitzen ist er der Lademeister unter den Fiat 500L.

Bei den Antrieben ändert sich nichts. So stehen mit zwei Dieseln, drei Benzinern und einer Erdgasvariante sechs Aggregate zur Wahl. Bei den Selbstzündern ist das ein 1.3 und ein 1.6 Liter Multijet mit 95 oder 120 PS Leistung. Die Benziner sind mit dem 1.4 Liter Motor mit 95 oder 120 PS und 0,9 Twinair Zwei-Zylinder gelistet, welcher 105 PS drückt und generell nur als manuelles 6-Gang Schaltgetriebe orderbar ist. Der Erdgas Antrieb ist bivalent mit Benzin und Erdgas zu betanken. 80 PS leitet das CNG, während 85 PS aus dem Benzin Motor kommen. Die reine Erdgasreichweite ist mit 300 Kilometern aus dem 14 KG Tank angegeben, während es der 50 Liter Benzintank auf 500 Kilometer Reichweite bringen will. Je nach Motor bietet Fiat ein Fünf- oder Sechsgangschaltgetriebe sowie ein Doppelkupplungsgetriebe an. Das Fahrverhalten des 500L kann man getrost als unaufgeregt solide bezeichnen. Einziges Manko ist das weiche Fahrwerk, was für ein leichtes Einschaukeln in schnellen Kurven sorgt. Dafür holt der Italiener bei den Sicherheitsstandards auf und fährt serienmäßig mit der City-Notbremsfunktion vor, die bis zum einem Tempo von 30 km/h arbeitet.

Fazit:
Obwohl die Konkurrenz des Fiat 500L im Familien-Segment um Opel Meriva, Kia Venga oder Ford B-Max groß ist, besitzt der Italiener, der seit 08. Juli 2017 auf den Markt ist, mit seinem pfiffigen Retro-Look eine echte USP. Der 500L Urban ist in zwei Ausstattung-Linien erhältlich und mindestens 14.490 Euro teuer. Sie werden Pop Star (Einstiegs-Variante) oder die 1.500 eure teurere Lounge Variante genannt. Der 500L Cross ist mit 16.490 wenigstens 2.000 Euro teurer als der 500L Urban in der Pop Star Ausführung. Für den Wagon sind immer 500 Euro Aufschlag fällig. Außerdem ist er nicht mit dem Erdgas-Antrieb orderbar.
Technische Daten

Fiat 500L Urban 1.6 Multijet

Länge x Breite x Höhe (m): 4,24 x 1,80 x 1,78
Radstand (m): 2,61
Motor: R4-Diesel, 1598 ccm, Turbo
Leistung: 88 kW / 120 PS
Max. Drehmoment: 88 Nm bei 3750 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 189 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 10,7 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 4,2 Liter
Effizienzklasse: k.A.
CO2-Emissionen: 112 g/km (Euro 6)
Leergewicht / Zuladung: min. 1455 kg / max. 465 kg
Kofferraumvolumen: 455–1480 Liter
Basispreis: 20.240 Euro