16 Jahre nach der Premiere des ersten TT rollt ab Oktober die dritte Generation dieses Sportcoupés zu den Händlern. Und wieder ist er unverkennbar ein TT. Alles andere wäre schwer nachvollziehbar gewesen. Denn dieses einzigartige Design hat den TT zur Ikone werden lassen und Audi unerwartete Verkaufserfolge beschwert. Was sich am neuen TT verändert hat? Sein Radstand ist etwas länger geworden. Er ist deutlich kantiger, wirkt modern, trägt futuristisches LED-Licht und er hat 50 Kilo abgenommen. Die eigentliche Innovation wird indes erst vom Fahrersitz aus erkennbar. Doch dazu später mehr.

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Dieser Sportwagen mit den vier Ringen gehört fraglos zu den Automodellen, die auf der Straße auch von Nichtfachleuten erkannt und benannt werden. Keine leichte Aufgabe also für die Strategen bei Audi. Denn der neue TT soll alles besser können und dennoch sofort als TT erkannt werden. Und auch wenn der TT optisch auf Bewährtes setzt, ist er produktionstechnisch ein total Neuer. Erstmals basiert er nämlich auf dem Modularen Querbaukosten (MQB) des Volkswagenkonzerns.

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Vier Ringe sind auf die Motorhaube gewandert

Marbella im Frühherbst. Trotz angenehmer, spätsommerlicher Temperaturen tummeln sich kaum noch Touristen an der Costa de Sol. Abfahrtbereit steht der neue TT in der Parkbucht an der Küstenstraße. Tatsächlich und unverkennbar ein TT. Gut gemacht, denke ich: Vieles neu, aber noch immer und klar erkennbar ein waschechten TT. Sein neues, schärfer geschnittenes Alu-Kleid steht dem Volkssportler prima. Mit jetzt 4,18 Metern Länge ist er um genau einen Millimeter kürzer, als der Vorgänger.

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Sein Radstand wuchs, dank des „modularen Querbaukastens“ um satte 3,7 Zentimeter. Die neuen Maße des TT sind mit bloßem Auge allerdings kaum zu erkennen. Da fällt die dem Supersportwagen R8 nachempfundene Frontpartie schon deutlicher ins Auge. Durch die mächtigeren Lufteinlässe mutet das Gesicht des TT mit dem jetzt trapezförmigen Kühlergrill etwas aggressiver an. Die vier Ringe sind nun auf die Motorhaube gewandert.

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Am prägnantesten sind die neu gestalteten Scheinwerfer, wenn sich der geneigte Käufer für 2.140 Euro das fantastische LED-Matrix-Licht gönnt. Mit ihm kann man ständig mit Fernlicht fahren, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden. Wie das möglich ist? Ein nachts entgegenkommendes Auto wird im Zusammenspiel mit der Frontkamera aus dem Scheinwerferbereich genommen. Wunderwerk der Technik.

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Matrix LED-Licht als Option

Das herausragende Highlight des neuen TT ist jedoch sein virtuelles Cockpit. Der 12,3 Zoll große Bildschirm ist direkt hinterm Lenkrad platziert. Ein ansonsten gewohntes Display in der Mitte gibt es im neuen TT nicht. Mit bis zu acht Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde produziert ein Hightech-Prozessor einen hochauflösenden Multimedia-Auftritt. Diese Anzeige ist das Herzstück eines bewusst reduzierten Bediensystems: Alles, was den Fahrer interessieren könnte, kann dort angezeigt werden. Bedient wird das System mit einem Sensorfelds und sechs  darum platzierten Tasten. Alternativ ist das auch vom Lenkrad aus und per Sprachsteuerung möglich.

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Dem Fahrer eröffnen sich damit völlig neue Ein- und Ausblicke. Der Beifahrer kann indes nur noch eingeschränkt mit der Bedienung von Funktionen, wie etwa der Eingabe von Navigationszielen, beauftragt werden. Zu weit ist das Display von ihm entfernt. Dem Fahrer steht nach kurzer Eingewöhnungszeit jedoch eine große Zahl von Informationen zur Verfügung. Zudem kann er die Aufteilung des Displays in Grenzen frei wählen. Dem TTS Display ist es vorbehalten, den Drehzahlmesser in die Mitte anzeigen zu lassen.

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Virtuelles Cockpit

Übrigens: Im TT kann man jetzt so tief wie noch nie sitzen. diese tiefe Sitzposition verbessert den Blickwinkel aus den nach wie vor schmalen Seitenfenstern, die Insassen kommen sich nun weniger eingeschlossen vor.

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Tiefere Sitzposition

Und was hat sich unter der Motorhaube getan? Zum Marktstart (der neue TT kann bereits bestellt und auch online konfiguriert werden) kann der Kunde aus drei Motorisierungen wählen. Neben dem 2.0 TFSI Benziner (169 kW/230 PS) gibt es einen Zwei-Liter-TDI (Diesel) mit 135 kW/184 PS (ab 35.900 Euro) sowie den 228 kW/310 PS starken TTS ab 49.100 Euro. Zudem kann man zwischen Front- oder Allradantrieb sowie Schalt- oder Doppelkupplungsgetriebe wählen.

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Mir hat es die Dieselmaschine besonders angetan, denn sie verbindet Dampf schon in tieferen Drehzahlbereichen mit günstigen Verbrauchswerten (Normwert: 4,2 Liter). Zudem klingt dieser Diesel im TT kaum wie ein solcher. Die Motorenpalette für den TT soll später von einem 1,8-Liter-Benziner mit rund 150 PS sowie dem Sportmodell RS ergänzt werden Die Roadster-Variante des TT soll bereits auf dem Autosalon in Paris Anfang Oktober präsentiert werden. Zudem wird die TT-Baureihe wohl erstmals eine dritte Karosserievariante erhalten, in Fachkreisen wird über ein SUV-Coupé spekuliert.

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