Der Japan-Roadster schlechthin: heckgetrieben, puristisch, bezahlbar und jetzt erstmals mit vollautomatischem Blech-Verdeck. Mazda hat mit dem MX-5 vor grob einem Vierteljahrhundert eine echte und reduzierte Roadster-Legende geschaffen. Beim neuen MX-5 RF muss man sich nun keine Sorgen mehr um Komfort und Ganzjahrestauglichkeit machen. Die Abkürzung „RF“ steht übrigens für „Retracatable Fastback“. Also ein elektrisch versenkbares Blech-Dach-Konzept im Targa-Design. Das Dach lässt sich auch in Fahrt (bis maximal 10 Stundenkilometer) in 13 Sekunden öffnen. Das Dach verschwindet dann hinter den Sitzen. Erstmals wird beim MX-5 in Europa zudem ein Automatik-Getriebe angeboten. Wie es mit dem neuen Skyactive-G 160 Motor harmoniert und wie wir die neue Dachkonstruktion bewerten, lesen Sie in unserem Fahrbericht.Längst ist der MX-5 der meistverkaufte offene Zweisitzer weltweit. Vor kurzem lief der millionste Roadster aus den Produktionshallen von Mazda. Der Japaner überzeugt neben seinen guten Fahreigenschaften auch mit seinem Design – nicht zuletzt in seiner jüngsten Form. Die nach hinten geschobene Fahrerzelle, kurze Karosserieüberhänge und wohlgeformte Proportionen begeistern die Roadster-Fans. Die dreiteilige Dachkonstruktion des neuen RF-Modells verbindet die rationalen Vorteile eines Hardtops mit ansprechendem Design. Dabei zeigt der Fastback mit seiner sportlich abfallenden Dachlinie einen eigenständigen Look, der sich klar vom Stoffdach-Roadster abgrenzt.Beim Einsteigen in das 3.91 Meter kurze und 1.73 Meter breite Cabrio wird deutlich, warum der 1.045 Kilo leichte Japaner ein wirklicher Purist ist. Denn als etwa 1.88 Meter großer und mit 93 Kilo erschreckend schwerer Mann, bin ich etwa halb so lang und schleppe rund ein Zehntel seines Gewichts herum. Kein Wunder, dass es im Innenraum für Fahrer (und Beifahrer) recht eng wird. Kopf und Beine müssen da schon leicht eingezogen werden, damit der ganze Kerl rein passt. Auch sollte man keine gehobenen Ansprüche an Staufächer haben. Denn außer kleinen Fächern in der Mittelkonsole, der Armlehne und zwischen den Rücksitzen sucht man diese, genau wie das Handschuhfach, vergebens. Selbst im lediglich 127 Liter fassenden und im Vergleich zur Stoffdach-Version gleich großen Kofferraum, fällt es nicht leicht, zwei Handgepäck-Stücke zu verstauen. Erschwerend kommt die hohe Ladekante und der versteckte Mechanismus der Öffnung dazu. Doch für Lastentransporte ist der MX-5 RF ja nicht entwickelt worden.

Das Cockpit des MX-5 RF wurde auf die Bedürfnisse des Fahrers zugeschnitten. Die Steuerung des Navigationssystem und des serienmäßigen Konnektivitätskonzepts „MZD Connect“ bringt Internet-Funktionen über einen Dreh-/Drückregler in der Mittelkonsole in Kombination mit einem 7-Zoll-Touch-Display ins Auto. Dabei ist der offene Japaner mit seinen serienmäßig beheizbaren Ledersitzen mit roten Ziernähten, der guten Geräuschdämmung bei geschlossenem Dach und dem Acryl-Windschott auch bei offenem Dach komfortabler als erwartet. So sind wir auch vom guten Schutz vor Fahrtwind angetan.Wir fahren den 118 kW (160 PS) starken Skyactive-G 160; den einzigen auf dem deutschen Markt angebotenen Motor. Dieser 2.0-Liter Direkteinspritzer bringt maximal 200 Nm Drehmoment auf die Straße. In 7,5 Sekunden beschleunigt er auf aus dem Stand auf Tempo 100. Das Gespann aus Auto und Motor erreicht seine Höchstgeschwindigkeit bei 215 km/h. Der kombinierte Normverbrauch wird mit 6,6 Liter je 100 Kilometer angegeben. Diese Werte gelten für die Kombination mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe. Im erstmals im MX-5 RF angebotenen Sechsstufen-Automatikgetriebe sinkt der Verbrauch auf 6,4 Liter, doch der Beschleunigungswert und die Höchstgeschwindigkeit sinken auf 8,5 Sekunden (von null auf 100) bzw. 194 Stundenkilometer. Unabhängig vom Getriebe kommt der wohlklingend kernige Sound aus den Töpfen des Reihen-Vierzylinder-Motors.„JINBA ITTAI“ nennt Mazda die Kunst der Interaktion zwischen Ross und Reiter oder zwischen Fahrer und Auto. Fährt man den MX-5 gerät man vom direkten Ansprechverhalten des Motors, den kurzen leichtgängigen Schaltwegen und dem aggressiven Heckantrieb schnell ins Schwärmen. Man spürt, dass sie Japaner seit fast drei Jahrzehnten ein Auto weiterentwickeln, dass nicht auf immer mehr Leistung und Geschwindigkeit ausgelegt ist. Mazda möchte eine ausgewogene Fahrmaschine für ungefilterten Fahrspaß anbieten. Der Fahrer steht dabei im Mittelpunkt. Die Lenkung um das etwas dünne Lenkrad erscheint präzise, das Fahrwerk stabil und die Federung nicht übertrieben hart abgestimmt. Das neue Automatikgetriebe schaltet beinahe unmerklich durch die Gang-Stufen, kann auch manuell bedient werden und verfügt über einen giftigen Sportmodus. Fans des gepflegten Querfahrens sei gesagt, dass dieser Hecktriebler ein echter Drift-Maschine ist, denn im Querbereich bleibt das Cabrio gut berechenbar. Und fährt man spitze Kurven unabsichtlich zu schnell an, so kommt dem Reiter die Gutmütigkeit seines rutschenden Rosses stets zugute.

Fazit

Am 3. Februar rollt Mazdas wieselflinker Targa mit dem Go-Kart Fahrvergnügen zu den deutschen Händlern. Die Basisversion in der Exklusive-Line Ausstattung kostet mindestens 29.890 Euro. Das sind 2.700 Euro mehr als für die vergleichbare Stoff-Variante. Die graue Metallic-Sonderlackierung will mit 750 Euro extra bezahlt sein. Dafür erhält man einen Roadster der zwar deutlich schwerer ist, als sein Stoffdach-Bruder, dafür aber einen Mehrwert an Komfort und Ganzjahrestauglichkeit bietet. Für den Fastback erwarten Mazdas Verkäufer übrigens 45% Verkaufsanteil.

Technische Daten

Mazda MX-5 RF

Länge x Breite x Höhe (m): 3,92 x 1,74 x 1,27
Radstand (m): 2,70
Motor: R4-Benziner, 1998 ccm, Sauger
Leistung: 118 kW / 160 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 200 Nm bei 4600 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 7,4 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 6,9 Liter
CO2-Emissionen: 161 g/km
Effizienzklasse: G (Euro 6)
Leergewicht / Zuladung: 1045 kg / 250 kg
Kofferraumvolumen: 127 Liter
Reifen: 205/45 R17 84W
Wendekreis: 10 m
Wartungsintervall: 20 000 km/1 Jahr
Basispreis: 29.890 Euro