Man glaubt es kaum, aber das Beetle Cabrio ist aktuell das einzige Offen-Fahrvergnügen das Volkswagen unter der Marke VW aktuell anbietet. Grund genug, den Neo-Klassiker mit dem berühmten Urahn an warmen Herbsttagen unter die Lupe zu nehmen.Ganz gegen den Trend haben wir das Beetle Dune Cabrio mit dem 2.0 Liter Dieselantrieb und Doppelkupplungsgetriebe ausgewählt. So motorisiert kann man mit diesem Cabrio das ganze Jahr über komfortabel und kostengünstig unterwegs sein – egal, ob in der City oder auf der langen Strecke. Denn mit seinem Norm-Verbrauch von nur 5,0 Litern (mit DSG) überzeugt es. Auch der während unserer 14 Tage währenden Testphase notierte Real-Verbrauch von 5,7 Litern je 100 Kilometer schont den Geldbeutel an der Tanke. Und dass die Abgase nach den Problemen der Vergangenheit nun den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, ist anzunehmen.

Wind um die Ohren

Mir gefällt die Form des Beetle richtig gut. Die Veränderungen im Lauf seines Lebenszyklus haben dieses knuddelige Cabrio mit den vier Sitzplätzen in meinen Augen immer schöner werden lassen. Dabei bleiben die Nachteile ob seiner Grundform erhalten. Will sagen, ergonomisch ungünstig erreichbarer Gepäckraum, schlechte Übersicht und verschwendeter Raum zwischen Fahrer und Frontscheibe. Das Retro-Armaturenbrett des in Mexiko gebauten Beetle wurde stetig modernisiert und auch die dahinter liegende Technologie auf den Stand der Zeit gebracht.

Diesel – sparsam und dynamisch

Mit dem 150 PS (110 kW) Diesel in Kombination mit dem 6-Gang-DSG ist das Beetle Cabrio in meinen Augen passend motorisiert. In allen üblichen Verkehrssituationen reicht das Leistungspotenzial dieses starken Selbstzünders aus. Und wenn er gefordert wird, stellt er dynamischen Vortrieb bei wirklich akzeptablen Verbrauchswerten bereit. Akustisch hält sich der Diesel dabei so angenehm zurück, dass er kaum als solcher zu erkennen ist. Das ist nicht zuletzt auf der langen Strecke von Vorteil. Dort tun die bequemen und trotzdem guten Halt gebenden Sitze dem Rücken gut. Das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe dürfte gern gegen ein moderneres 7-Gang-DSG getauscht werden. Das Bessere ist  – wie so oft – auch hier, der Feind des Guten. Ich möchte in einem modernen Auto keinen Handschalter mehr, zu klar sind die Vorteile der modernen Automatikgetriebe, die im Zweifel schneller und zuverlässiger schalten, als wir Menschen. Sie sind ihren Aufpreis wert. Nicht allein, wenn ich an das nervende Kuppeln und Schalten in Stau-Situationen denke.

Öffnen und schließen in Fahrt

Das offene Fahrvergnügen im Beetle lässt mächtig Luft rein. So soll es im veritablen Cabrio sein. Wem´s zu sehr zieht oder zu kalt ist, der soll das Dach schließen. Zum Glück lässt sich das Verdeck auch in Fahrt bei bis zu 50 Stundenkilometern öffnen und schließen.

Unser Testwagen mit dem 2.0 Liter Diesel, DSG und in der Dune-Linie kostet mindestens 35.850 Euro. Dann sind aber unter anderem 18-Zoll-Alus, elektrisches Verdeck, Rückleuchten in LED-Technik, lackierte Mittelkonsole, schwarze Radlaufverbreiterungen und Lufteinlässe in Wabenstruktur inklusive. Wer mit weniger Ausstattung klar kommt, der bekommt das aktuell einzige Offen-Fahrvergnügen von VW ab 23.100 Euro.  Nein, den Golf gibt es zur Überraschung vieler seit geraumer Zeit nicht mehr als Cabrio. Im Konzern ist jedoch nach wie vor das Audi A3 Cabrio zu haben.

Fazit

Ich bin ein Fan des Beetle Cabrios. Vor allem, weil ich sein Retro-Design an mein erste Auto – den Käfer – erinnert. Was ihn zudem ausmacht? Die Kombination aus solider VW-Technik mit klarer Bedienstruktur und sparsamem und trotzdem dynamischem Antrieb. Hoffentlich, bleibt das Beetle Cabrio noch lange im Angebot.

Technische Daten

Volkswagen Beetle Dune TDI

Länge x Breite x Höhe (m): 4,29 x 2,02 x 1,50
Motor: 4 Zylinder, Diesel, Turbo,
Leistung: 110 kW / 150 PS bei 3500–4000 U/min
Max. Drehmoment: 340 Nm bei 1750–4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 196 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 9,6 Sek.
ECE-Durchschnittsverbrauch: 5,0 Liter (DSG)
Effizienzklasse: B
CO2-Emissionen: 13o g/km
Leergewicht / Zuladung: min. 1504 kg / max. 400 kg
Kofferraumvolumen: 252–1046 Liter
Basispreis: 35.900 Euro

Text: Dr Friedbert Weizenecker
Fotos: Tim Litterst