Der praktische Caravaning-Ratgeber des GTÜ für den sicherheitsbewußten Autofahrer soll hilfreiche Tipps und Informationen geben.  Die Broschüre gibt es kostenlos bei den GTÜ-Partnern vor Ort oder kann bei der GTÜ-Zentrale in Stuttgart unter vertrieb@gtue.de angefordert werden oder im Internet unter http://ratgeber.gtue.de.

In der Urlaubszeit vergrößert sich auf den Autobahnen die Dichte von Caravans und Reisemobilen zusehends. Damit die mobile Behausung während der Ferienfahrt nicht ins Wanken gerät, raten die Sicherheitsexperten der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ), beim Beladen den Schwerpunkt so tief wie möglich halten. Schwere Gegenstände sollten in Bodennähe im Bereich der Achsen deponiert und das Gewicht gleichmäßig auf linke und rechte Seite verteilt werden.

Idealerweise sind rutschfeste Unterlagen und Zurrseile zur Ladungssicherung und als Schutz vor unerwünschtem Pendeln oder gar Wegbrechen des Fahrzeugs zu verwenden. Keinesfalls sollte man im Heck schwer beladen, weil dadurch bei frontgetriebenen Fahrzeugen die Vorderachse entlastet und die Traktion verschlechtert bzw. bei Anhängern die Stützlast beeinflusst wird. Leichtes Gepäck darf auch weiter oben, beispielsweise in Hochschränken, verstaut werden.

Wegen des hohen Schwerpunktes sollte man lieber etwas langsamer in die Kurven gehen und grundsätzlich weiche Spur- und Richtungswechsel vornehmen, um Instabilitäten, Wank- oder gar Kippneigungen zu unterdrücken, empfiehlt die GTÜ. Zudem kann Seitenwind gefährlich werden – vor allem auf Brücken und beim Überholen von Lkw –, da sie das Fahrzeug oder den Wohnwagen unerwartet stark versetzen. Meist hilft rasches Gegenlenken. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dem empfiehlt sich vor der Saison ein Fahrsicherheitstrainings mit dem Urlaubsgefährt.

Moderne Caravan-Kombinationen dürfen auf Autobahnen und Schnellstraßen mit getrennten Fahrbahnen mit 100 km/h unterwegs sein. Für ältere Gespanne gilt in der Regel ein Tempolimit von 80 km/h. Um in den Tempo-100-Genuss zu kommen, sind auch alte Caravans der Baujahre vor 1990 entsprechend nachrüstbar. Mit amtlich anerkannter Bestätigung gibt es dann von der Straßenverkehrsbehörde eine offizielle Bescheinigung, die nur für den betreffenden Anhänger gilt und mit den Kfz-Papieren mitzuführen ist – ebenso wie eine Tempo-100-Plakette, die am Heck des Wohnwagens angebracht wird. Reisemobile bis 3,5 Tonnen dürfen außerorts 100 km/h fahren, auf Autobahnen gilt die allgemeine Richtgeschwindigkeit für Pkw von 130 km/h. Reisemobile über 3,5 t sind außerorts auf Tempo 80 und auf Autobahnen auf Tempo 100 beschränkt.