Auch wenn Business Limousinen in Deutschland heute nicht mehr den Stellenwert haben, den sie einst hatten, ist die 5er Serie für BMW nach wie vor ein wichtiges Modell. Große SUVs haben ihren klassischen Kollegen auch im Business-Segment längst ein gutes Stück des Kuchens abgenommen. Umso mehr müssen sich die Hersteller anstrengen, auch die Limousinen attraktiv zu halten, nicht zuletzt, weil es Märkte gibt, auf denen die Limousinen die Favoriten sind. So wird BMW mit der mittlerweile siebten Modellgeneration der neuen 5er Limousine im Februar 2017 weltweit auf den Markt kommen. Mit geschliffenem Design, gesteigerter Fahrdynamik, modernen Assistenzsystemen, hohem Vernetzungsgrad und einem innovativen Bediensystem möchten die Bayern bei der gut betuchten Kundschaft punkten.Leichtbau spart Gewicht und erhöht Dynamik

Um die Effizienz des 5ers zu verbessern, setzen die BMW-Ingenieure konsequent auf Leichtbau. Durch den vermehrtem Einsatz von Aluminium und hochfesten Stählen senkt sich das Fahrzeuggewicht gegenüber dem Vorgänger um bis zu 100 Kilogramm. Der Luftwiderstandsbeiwert von bis zu cw = 0,22 unterstützt die neue BMW 5er Limousine auf dem Weg zu günstigen Verbrauchswerten und damit auch zu reduzierten Abgaswerten. Das neu konstruierte Fahrwerk, ein niedriger Fahrzeugschwerpunkt, eine ausgewogene Achslastverteilung und eine verwindungssteife Leichtbau-Karosserie sollen ein maximal dynamisches Fahrerlebnis mit dem typischen Reisekomfort kombinieren. Unsere ersten Testfahrten in Portugal beeindruckte der bestens verarbeitete neue 5er mit seinem komfortablen Fahrverhalten nah am 7er, zeigte sich aber dynamischer und leichtfüßiger als das Luxusschiff.

Nächster Schritt hin zum automatisierten Fahren

Mit einer Vielzahl an Assistenzsystemen möchte die neue BMW 5er Reihe dem Fahrer die bestmögliche Unterstützung in kritischen und auch in fahrerisch wenig anspruchsvollen Situationen – wie Stau und zäh fließendem Verkehr oder auf monotonen Autobahnabschnitten zu Teil werden lassen. Zudem verfügt sie über eine Stereokamera, die im Zusammenspiel mit optionalen Radar- und Ultraschallsensoren die Umgebung des Fahrzeugs überwacht. Per Touch-Bedienung oder mittels Gestensteuerung können die Kameras so gesteuert werden, dass sie das Umfeld des Autos mit all seinen Hindernissen scheinbar von außerhalb des Wagens darstellt. So braucht der Fahrer den Wagen nicht zu verlassen, um den vollen Überblick zu haben. Sehr komfortabel! Neu in der BMW 5er Reihe sind neben einer Ausweichhilfe und der Querverkehrswarnung auch der Spurwechselassistent (siehe dazu unser Video-Clip)


sowie der Spurhalteassistent mit aktivem Seitenkollisionsschutz, der die Fahrspuren und das Verkehrsgeschehen neben dem Fahrzeug überwacht und den Fahrer bei drohenden Kollisionen aktiv mit einem korrigierenden Lenkeingriff unterstützt. In Kombination mit erweiterten Funktionen der optional verfügbaren Aktiven Geschwindigkeitsregelung (Acitive Cruise Control, ACC) und des Lenk- und Spurführungsassistenten geht die BMW 5er Reihe einen Schritt weiter auf dem Weg in Richtung automatisiertes Fahren. Dazu gehört auch die Übernahme von Geschwindigkeitsbeschränkungen, die der optionale „Speed Limit Assist“ dem Fahrer als Angebot zur Verfügung stellt. Der Fahrer kann die Übernahme bestätigen und in den Einstellungen eine Anpassung von +/– 15 Stundenkilometern vorgeben. BMW 530d SeitenansichtAus dem Stillstand bis 210 km/h unterstützt das Fahrzeug den Fahrer beim Abstandhalten, Beschleunigen, Bremsen und bei der Spurführung. Insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten und zähem Verkehr im Stau auf der Autobahn bietet das einen deutlichen Komfortgewinn. Eine Zusatzausstattung die wir nur empfehlen können. Was BMW im neuen 5er noch nicht anbietet, sind die Einbeziehung von Geo-Daten in die aktive Geschwindigkeitsregelung, wie sie etwa Audi bereits in Serienautos realisiert hat.

Intuitive Bedienbarkeit und umfassender Komfort.

Für eine noch einfachere Bedienung ist die neue BMW 5er Reihe mit dem „iDrive“ der nächsten Generation ausgerüstet. Die Steuerung erfolgt je nach Vorliebe des Fahrers über den iDrive Controller (Dreh-Drück-Regler), über Sprache, Gesten oder durch direktes Berühren der Display-Schaltflächen. Das mehrfarbige Head-Up Display der neuesten Generation hat eine im Vergleich zum Vorgänger um 70 Prozent vergrößerte Projektionsfläche und zeigt Verkehrsschilder, Telefonlisten, Radiosender, Musiktitel, Navigationshinweise oder Funktionen/Warnungen der Assistenzsysteme an.

Was es noch Neues gibt?

Zum Beispiel mehr Beinfreiheit im Fond, Massagesitze und einen geräuschdämmenden Akustik-Dachhimmel. Alle Scheinwerfer sind serienmäßig mit LED-Technik ausgerüstet. Optional gibt es Adaptive LED-Scheinwerfer mit variabler Lichtverteilung inklusive Kreisverkehrslicht und blendfreiem Fernlicht mit bis zu 500 Metern Reichweite.

BMW 530d Heck Fortgeschrittene Vernetzung

BMW versucht bei der Vernetzung alles zu bieten, was Geschäfts-reisenden ein Plus an Komfort und Zeitersparnis bringt. Dazu gehören das neue Angebot „ParkNow“ für das digitale Reservieren und Bezahlen von Stellplätzen, die intelligente Parkplatzsuche „On-Street Parking Information“ und der optional verfügbare Parkassistent, der freie Plätze detektiert und das Fahrzeug automatisiert einparkt. Durch den Dienst Microsoft Exchange können erstmalig Nutzer von Microsoft Office 365 Mails, Kalendereinträge und Kontakte synchronisieren und im Fahrzeug bearbeiten. Mit dem ebenfalls gegen Aufpreis erhältlichen „Remote Parking“ kann die BMW 5er Limousine über den Fahrzeug-schlüssel (der nicht mehr wie ein Schlüssel aussieht) ferngesteuert selbst in engste Parklücken manövriert werden. Die Integration von Smartphones wird weiter optimiert – von Apple CarPlay, das komplett kabellos eingebunden ist, über induktives Laden des Telefons (leider für das iPhone nur mittels Adapeter, aber dafür ist Apple verantwortlich) bis zum WLAN Hotspot für bis zu zehn Geräte. „BMW Connected“, der persönliche, digitale Mobilitätsassistent von BMW kommt in einer Ausbaustufe nach der Einführung im Frühjahr 2016 mit weiteren Services. So behält der Fahrer den Überblick über seine mobilitätsrelevanten Informationen. Auf dem personalisierten Bildschirm werden relevante Inhalte wie die nächsten Navigationsziele und die geschätzte Ankunftszeit aus der persönlichen Mobilitätsagenda nahtlos vom Smartphone in das Fahrzeug übertragen und angezeigt.

Neue Motoren

Zum Marktstart im Februar werden zwei Diesel und zwei Benziner zur Wahl stehen, die mit Hinterradantrieb oder dem intelligenten Allrad- antrieb bestellt werden können. Der neue Zweiliter-Reihen-Vier-Zylinder-Benziner im BMW 530i stellt ein Drehmoment von maximal 350 Newtonmetern zur Verfügung und entwickelt eine Spitzenleistung von 185 kW (252 PS). Seinen kombinierten Norm-Durchschnitts-verbrauch gibt BMW mit 5,5 Liter je 100 Kilometer an, das entspricht einer CO2-Emission von 126 Gramm je Kilometer. Im Vergleich zum Vorgänger ist das eine Reduktion von etwas mehr als elf Prozent. Der BMW 530i beschleunigt in 6,2 Sekunden von 0 auf 100 und erreicht eine Top-Speed von 250 Stundenkilometern. Die vorläufige Spitzen-motorisierung im neuen 540i zieht 250 kW (340 PS) aus einem Drei-Liter-Reihen-Sechszylinder, der mit einem maximalen Drehmoment von 450 Newtonmetern aufwartet. Trotz höherer Leistung und Fahr-dynamik gegenüber dem Vorgänger beträgt der kombinierte Norm-Durchschnittsverbrauch nur 6,5 Liter je 100 Kilometer, das entspricht einem CO2-Wert von 149 Gramm pro Kilometer.BMW 540iAuf unseren Testfahrten, bei dem wir auch den 540i ordentlich gefordert haben, standen allerdings 12,8 Liter Verbrauch in der Anzeige. In Verbindung mit dem Allradantrieb „xDrive“ beschleunigt der BMW 540i in 4,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. In Deutschland sind jedoch nach wie vor die Dieselantriebe gefragt. Der BMW 520d bietet mit seinem Vierzylinder-Diesel 140 kW (190 PS) und ein Dreh-moment-Maximum von 400 Newtonmetern. Norm-Verbrauch und CO2-Emission liegen bei 4,2 Liter bzw. 109 Gram je Kilometer für den Handschalter, mit 8-Gang-Automatik sind es 4,1 Liter und 108 Gramm. Die 5er Limousine beschleunigt mit diesem Antrieb in 7,5 Sekunden (8-Gang-Automatik) von 0 auf 100. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 238 Stundenkilometer (mit Automatikgetriebe 235 km/h). Der eben-falls neue BMW 530d bringt bis zu 195 kW (265 PS) und einem maximalen Drehmoment von 620 Newtonmeter auf die Straße. Damit übertrifft er seinen Vorgänger deutlich und begnügt sich trotzdem mit einem Norm-Durchschnittsverbrauch von 4,5 Liter je 100 Kilometer (CO2-Emission von 118 g/km). Den Sprint von 0 auf 100 erledigt der neu 530d in nur 5,7 Sekunden; bei 250 km/h wird elektronisch gebremst. Uns hat der 530d Spaß gemacht. Denn schon von unten heraus tritt er ausgesprochen kraftvoll an und stellt auch bei Überhol- vorgängen stets genügend Leistung zur Verfügung. Spaß macht auch sein Motorensound, der kaum noch an seine einst nagelnden Vorfahren erinnert. Zudem verbrauchte der 530d auf unseren fordernden Testfahrten leistungsgerechte 8,2 Liter je 100 Kilometer. Drei weitere Motorisierungen sollen bald nach der Markteinführung (wohl im März 2017) folgen. So ein Vierzylinder-Diesel im 520d und der 530e iPerformance mit einem Plug-in-Hybridantrieb. Für März 2017 kündigt BMW außerdem den M550i xDrive mit einem Acht- Zylinder-V-Motor an.BMW 540iUnser Fazit: der neue BMW 5er ist in nahezu allen Belangen erkennbar besser als der alte 5er. Sein Design wurde gekonnt weiterentwickelt ohne die 5er-Identität aufzugeben. Gestreckter und coupehafter kommt der BMW Business-Athlet nun daher. Nach unserer Auffassung harmoniert der 3-Liter-Diesel im 530d mit seinen 265 Pferdestärken in Kombination mit der 8-Gang-Automatik am besten mit der Charakteristik des 5ers, denn er verbindet Dynamik, Sparsamkeit und Fahrkomfort in besonderer Weise. Wer Limousinen bevorzugt und runde 90.000Euro (das war der Komplettpreis unseres gut ausgestatteten 530d-Testwagens) erübrigen kann, der sollte den neuen 5er mit auf dem Zettel haben. Wer sich in Zurückhaltung bei Leistung und Ausstattung üben möchte, kommt selbstredend deutlich günstiger weg (ab 45.200 Euro). Jedoch werden die meisten 5er werden von Firmen für ihre Führungsmitglieder geleast werden. Und übliche Leasingraten lesen sich ohnehin deutlich angenehmer als Listenpreise im hohen fünf-stelligen Bereich.