Hierzulande fallen sie auf den Straßen noch auf wie bunte Hunde. Denn die Pritschenwagen sind nach wie vor eine seltene Erscheinung auf unseren Straßen. Auch wenn die absolute Zahl der Pick-Ups noch extrem klein ist, sind doch die Wachstumsraten beachtlich. In den USA boomen die Pick-Ups, dort sind die drei meistverkauften Auto-Modelle Pick-Ups. Dieses spannende Feld verfolgen selbstredend auch die deutschen Hersteller. Als einziger Autohersteller bietet aktuell Volkswagen mit dem Amarok ein deutsches Produkt. Mercedes hat jüngst angekündigt, in Kooperation mit Nissan einen Mid-Size Pick-Up auf den Markt bringen zu wollen. So werden wir uns daran gewöhnen müssen, dass nach den SUVs ein weiterer Trend aus den USA zu uns herüberschwappt.Volkswagen AmarokWir haben den Amarok in seiner lifestyligen „Canyon“ Variante mit den 17-Zoll-All-Terrain Reifen und der schwarzen Styling Bar unter die Lupe genommen. Denn längst fahren nicht mehr allein Landwirte und Handwerker diese praktischen Gefährte. Auch in der Promi-Szene sind Pick-Ups der „Dernier Cri“. Nachdem heute schon Lieschen Müller einen SUV fährt, braucht es andere mächtige Mobile, um aufzufallen. Diese Funktion erfüllt der Amarok unzweifelhaft. Wo man mit diesem großen Auto auftaucht, erntet man aufmerksame Blicke. Die Reaktionen fallen durchweg positiv aus. Zu meiner Überraschung, nicht zuletzt bei den Frauen.Volkswagen Amarok SeitenansichtMit seinen Blattfedern, deren grundsätzliches System auch schon in Postkutschen verwendet wurde, fährt der Amarok weniger komfortabel, als Autos mit modernem Fahrwerk. Aber die Blattfedern gehören einfach zu einem Pick-Up, der früher ja als reiner Lastesel auf dem Land Verwendung fand. Die hohe Sitzposition und die schiere Größe des Amarok geben den Insassen ein erhabenes und behütetes Gefühl. Eine Herausforderung erfährt der Fahrer indes bei der Parkplatzsuche und beim Einparken selbst in den Städten.

Die Platzverhältnisse im Innenraum entsprechen bei der Version mit Doppel-Kabine (5 Sitzplätze) in etwa denen einer Mittelklasse-Limousine. Auch wenn der Amarok Canyon mit etwas Farbe und Ledergestühl klasse daher kommt, dominiert innen optisch doch die graue Kunststofflandschaft. Auf dem Weg zum Lifestyler wäre hier noch Luft nach oben. Unser Testwagen ist mit einer Laderaumabdeckung versehen. So können die dort transportierten Gegenstände blick- und diebstahlsicher transportiert werden.

Der Amarok Canyon wird mit einem 2-Liter-Diesel angeboten, den es mit 140 PS (340 NM) oder mit einem Bi-TDI aktiviert in der 180 PS Variante (420 NM) gibt, mit der auch unser Testwagen versehen ist. Er wuchtet den 2-Tonne-Wagen dynamisch vorwärts. Das vermittelt durchaus Fahrspaß. Wer nun denkt, dieser große, kantige Wagen würde unmäßiges Trinkverhalten an den Tag legen, wird überrascht sein.

In den zwei Wochen unserer Testphase hat der Amarok im gemischten Betrieb runde 10 Liter auf 100 Kilometer verbraucht (Normverbrauch: 7,4 L). 183 Stundenkilometer erreicht dieser Bi-Turbo-Amarok maximal. In 10 Sekunden ist er von null auf 100. Diesen deutschen Pick-Up gibt es in seiner Basis ab 29.000 Euro. Für den Amarok Canyon, der unter anderem auch den Allradantrieb an Bord hat, werden mindestens 39.226 Euro fällig.