Das Mini Cabrio startet im März in die dritte Generation. Dabei ist das kleine Cabrio laut Hersteller weiterhin das einzige Premium Cabriolet im Kleinwagen-Segment. Nebst optischer Korrekturen wurde beim neuen Cabrio hauptsächlich am Fahrspass gefeilt. Erstmals ist auch ein Signatur-Licht mit Board, das seinen Ursprung in den Türgriffen findet. Neben einem voll-elektrischen Faltverdeck sind neuerdings auch Head-up-Display, Rückfahrkamera und ein Parkassistent orderbar. Weiterhin unverwechselbar und im Detail optimiert ist das klassische Lifestyle Design, das Fan-Gemeinden auf der ganzen Welt schätzen und von warmem Fahrtwind träumen lässt.

 

Das erste Mini Cabrio unter BMW Regie wurde 2004 auf dem Genfer Automobil Salon präsentiert. Damals konnte man 160.000 Fahrzeuge weltweit verkaufen. Das zweite Modell wartete ab 2009 erstmals mit Diesel-Motoren auf. Ab März dieses Jahres startet nun die aktuelle Version basierend auf dem aktuellen Modell F56 in den Markt. Sie hat ganz eigenständige Designmerkmale, ist gewachsen, und der Linienführung nach – wenig überraschend – weiter ein typischer Mini. So ist das aktuelle Mini Cabrio mit 3,87 Metern etwa 10 Zentimeter in der Länge und mit etwa 4,4 Zentimeter auf 1,72 Meter in der Breite gewachsen. Optisch wirkt der Mini im Vergleich zum Ur-Mini 1992 natürlich aufgeblasen. Doch steht die Karosserie um die klassischen Kulleraugen, den Hexagon-Kühlergrill, grazile Linienführung und große Heckleuchten mit Chromblenden auch deutlich erwachsener da. Sie bietet außerdem deutlich mehr Raum und Komfort.

Beginnen wir mit dem Wichtigsten beim Cabrio: Dem Verdeck. Es öffnet und schließt erstmals voll-elektrisch und zudem sehr leise. Das funktioniert binnen 180 Sekunden bei bis zu 30 km/h Fahrtgeschwindigkeit. Das Material der Wahl ist und bleibt bei Mini ein Softtop mit Schiebedachfunktion. Was bei geschlossener Fahrt für ausgesprochen gute Geräuschdämmung und auch bei großen Menschen für ausreichend Kopffreiheit sorgt. Wem bei voll-geöffnetem Verdeck zu viel Wind um den Kopf weht, der kann das Falt-Dach bei jeder Geschwindigkeit etwa 40 Zentimeter zurückfahren und sitzt nun windgeschützter. Auf Grund der steilen Frontscheibe ist man jedoch auch bei geöffnetem Verdeck relativ windgeschützt. Auch bei kühleren Temperaturen wird man hier keinen Cabrio-Nacken erleiden müssen. Allerdings ist eine Sitzheizung im Cabrio immer empfehlenswert. In der Sonderausstattung „Yorks“ ist dieses Softtop Dach (neu) mit Union Jack im Fischgrät-Design bestickt zu haben. Was dem ohnehin schon stylischen Stoff-Faltdach einen Extra-Hingucker beschert. Für die nötige Sicherheit sorgt nebst zahlreicher Airbags ein automatischer Überrollschutz.

Ein kleiner Nachteil ist die Platzierung des zusammengefalteten Daches am Heck. Es erschwert zum einen den Blick nach Hinten, was dazu führt, dass man die Außenspiegel und optionale Rückfahrkamera verstärkt frequentieren wird. Zum anderen schrumpft der eigentlich 215 Liter große Kofferraum auf 160 Liter bei geöffnetem Verdeck. Außerdem wird die Ladeöffnung nun ziemlich klein. Doch mit der Easy-Load Funktion lässt sich das Dach via zweier Handgriffe nach oben klappen. So werden unförmigere oder größere Gegenstände deutlich besser verstaubar oder über die umklappbare Rückbank durchladbar. Praktische Gepäckesel waren Cabrios eben noch nie. Wer offen Fahren will, der darf diesen Kompromiss nicht scheuen.

Im Innenraum herrscht weiterhin modern durchgestylte Frische um bunt beleuchtete Rundinstrumente, Kippschalter, roten Start/Stopp Knopf und neuerdings ein Head-up-Display. Auch im Cabrio lässt sich alles wie gewohnt via Drehschalter im kugelrunden Display steuern. Neu ist die „Always-Open-Timer“-App. Sie gibt Rückschlüsse darauf, wie lange man offen gefahren ist. Das ganze lässt sich dann auch mit Freunden teilen. Neue beim Cabrio ist auch die Zwei-Zonen-Klimaanlage mit Cabrio-Modus. Sie reguliert Intensität, Strömrichtung und Temperatur – bei offenem, geschlossenen oder zum Schiebedach geöffnetem Verdeck – automatisch.

Das neue Mini Cabrio vereint Fahrspass und oben ohne Gefühl. Maximales Go-Kart Feeling nennen die Bayern das. Dafür verantwortlich ist das geringe gesamt Gewicht von 1300 Kilo, drehfreudige Motoren, eine knackige Schaltung und ein straffes Fahrwerk. 6 Motor-Varianten stehen zur Wahl. Das sind mit dem 102 und 136 PS Benziner und dem 116 PS Diesel-Aggregat drei 3-Zylinder Aggregate. Sie werden zwar kaum ein Beschleunigungs-Duell an der Ampel gewinnen, sind jedoch sparsame Alternativen und reichen zum entspannten oben-ohne Cruisen alle mal aus. Der kleine Benziner begnügt sich dabei mit 5,2 Liter, während der Diesel lediglich einen Normverbrauch von 4.0 Liter aufweist. Wer es sportlicher mag, der greift zu einem der vier-Töpfchen Motoren. Das ist zum einen ein 170 PS starker Diesel und mit dem Cooper S ein 192 PS starker Benzin-Motor. Er benötigt lediglich 7,2 Sekunden auf Tempo 100 und schafft 230 kmh Endgeschwindigkeit und bietet dabei einen heiden Fahrspass. Bei sportlicher Fahrweise ist der angegebene Verbrauch von 6 Litern allerdings nur schwer zu erreichen. All diejenigen, denen das nicht genügt, werden bis Ende März auf die 231 PS des John Cooper Works warten.

Mit den Mini-Driving Modes kann man auf Wunsch Federung, Lenkung und Gasannahme von Eco, über Normal bis Sport – also maximales Go-Kart Feeling – verstellen. Alle Motoren sind mit 6-Gang-Handschaltung oder 6-Gang Steptronic Sport (sportlich ausgelegtes Automatikgetriebe) Getriebe orderbar. Dabei ist der Mehrpreis für das Automatik-Getriebe jeden Cent wert. Denn es sorgt für eine stufenfreiere Beschleunigung, knackigen Fahrspass beim Schalten an den Schaltpaddel am Lenkrad. So bleibt mehr Konzentration für das Wesentliche. Will man auf gepflegte Kurvenjagd gehen, so sollte der Cooper S das Mittel der Wahl sein. Er erreicht die vollen 280 Newtonmeter Leistung schon bei 1.250 Umdrehungen. Dabei bleibt der kleine stets berechenbar, lenkt sauber ein und zieht sich behände aus der Kurve heraus. Untermalt wird das Schauspiel von kleinen Gas-Sound-Spielchen und elektronischen Zwischen-Gas Harmonien aus den beiden Endrohren.
Der Fahrspass ist so unnachahmlich, dass man trotz gewachsenen Radstandes und verbreiterter Spur weiter von echtem Go-Kart Feeling sprechen kann. Eine bessere Verwindungssteifigkeit wurde durch spezielle Streben im Unterboden und verbreiterte Schweller erreicht. Speziell auf das Cabrio abgestimmte Federung, Radaufhängung und Dämpfung sorgen für sportliches Cabrio-Feeling bei durchaus verbessertem Federkomfort. Die vier ausgeformten Sitze bieten dabei stets guten Seitenhalt. Die Kniefreiheit auf der Rückbank ist zwar im neuen Modell um 3,6 Zentimeter gestiegen, wobei Erwachsene hier längere Reisen nur schwerlich ertragen werden. Kinder kann man das hingegen schon eher zumuten. Fest steht: Kurvenjagen macht im Mini Cabrio auf den Vordersitzen wesentlich mehr Spaß, vor allem natürlich als Fahrer/in.

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Fazit:

Ach wie schön ist Cabrio-Fahren! Wenn’s nur nicht so teuer wär… Denn 21.900 Euro muss man für das Luxus Cabrio im Mini-Segment mindestens berappen. Sportlich ambitioniertere Fahrer werden mit ab 27.950 Euro für den Cooper S rechnen müssen. All diejenigen denen das nicht genügt werden bis Ende März auf die 231 PS des John Cooper Works warten. Er feiert seine Weltpremiere auf der New Yorker International Auto Show und beginnt bei 33.500 Euro. Das Cabrio braucht eigentlich außer Radio, Sitzheizung, Automatik-Getriebe und Rückfahrkamera nicht viel Sonderausstattung. Wer auf Infotainment Funktion mit Online Zugang, LED Leuchten, Head-up Display, Komfortzugang und einige technische Helferlein jedoch nicht verzichten kann, der treibt den Preis schnell in die Höhe. Doch ist echtes Cabrio-Feeling wirklich in Geld messbar?