Was Laien als Neuwagengeruch bezeichnen, wird bei Seat mit größter Sorgfalt auf seine Neutralität geprüft. Damit dieser bei jedem produzierten Fahrzeug gleichbleibend gewährleistet ist, arbeiten Chemiker das ganze Jahr an diesen Geruchsoptimierungsprozessen. Die chemische Wissenschaftlerin Maria José Lopez verrät im Kurzinterview, warum die Nase das wichtigste Instrument in ihrem Job ist.

Warum optimiert Seat den Geruch in Fahrzeugen und welche Rolle spielt ihr Team dabei?

Lopez: Kunden erwarten hinsichtlich Materialien und Technolgie ein qualitativ hochwertiges Fahrzeug, das auch entsprechend gut riecht. In der Abteilung Werkstofftechnik sind wir vor allem dafür verantwortlich, in der Fahrgastzelle den Geruch der nicht metallischen Autoteile zu überwachen. Was die Menschen in ihrem Seat Modell dann als angenehmen Neuwagengeruch bezeichnen, müssen wir mit unserer Arbeit gleichbleibend gewähleisten.

Wie sieht ihre Arbeitsweise aus?

Lopez: Natürlich nehmen wir alle Materialien genauestens unter die Lupe. Einer der Tests erfordert, dass wir das Fahrzeug auf mehr als 60 Grad erhitzen. So werden sämtliche Gerüche in den textilen Stoffen freigesetzt. Leder ist ein sehr spezielles und eigenwilliges Material. Hier gilt es nur die beste Qualität zu verwenden, um auch hinsichtlich des Geruchs ein Optimum zu erzielen. Anschließend steigt ein Team in das Fahrzeug und bewertet seine Eindrücke unter Zurhilfenahme des sensibelsten Messgeräts überhaupt – der Nase.

Welche Kompetenzen sind für ihren Beruf erforderlich?

Lopez: Wir sind in erster Linie Chemiker, doch unsere Arbeit erfordert noch mehr als unsere wissenschaftliche Expertise. Keiner im Team darf rauchen, da dies den Geruchssinn beeinträchtigt. Zudem sind Parfüme und Duftstoffe nicht erlaubt. Nur so können wir mit größtmöglicher Neutralität auch feinste Gerüche an Autoteilen und Materialien identifizieren und klassifizieren.