Er bleibt der mit Abstand billigste SUV in Deutschland: Der Dacia Duster der zweiten Generation ist ab 11.290 Euro zu haben, wird damit aber um 690 Euro teurer. Trotzdem streckt bei diesem Preis selbst mancher Kleinwagen die Flügel. Und er Duster sieht nicht nur aus, wie ein Geländewagen – er ist einer.

Mit einer Bodenfreiheit von 21 Zentimetern und einem maximal möglichen Böschunsgwinkel von 30 Grad vorn und 34 Grad hinten kann der auf Wunsch mit Allradantrieb bestellbare Duster tatsächlich im Gelände mithalten, wie unsere ersten Testfahrten eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben.

Wer jetzt vermutet, dass durch gern genommene Zusatzausstattungen die Duster-Preise schnell Richtung 30.00 Euro katapultieren, der irrt gewaltig. Denn schon bei 20.980 Euro hat man die preisliche Obergrenze erreicht. Dafür gibt es den 109 PS Diesel mit Allradantrieb in der höchsten Ausstattungsstufe „Prestige“ und all dem, was die Preisliste zusätzlich her gibt.

Billige Anmutung war gestern

Der neue Duster ist deutlich schöner und optisch dynamischer geworden, als sein Vorgänger. Sein robuster SUV-Look wird von dem weit nach oben gezogenen Unterfahrschutz an der vertikaler angelegten Front unterstützt. Positiv ins Auge springen auf Anhieb der wabenförmige Kühlergrill und die haptischer geformte Motorhaube.

Am Heck gefallen mir die neuen Rückleuchten, welche an die des Jeep Rennegade erinnern. Zudem wurde die seitliche Fensterlinie nach unten gezogen. All das lässt den Duster massiver auf der Straße stehen.

Im Innenraum hat sich noch etwas mehr getan, denn die Designer hatten die Freiheit, das Interieur in Gänze neu zu zeichnen. So ist das Cockpit nun leicht auf den Fahrer hin ausgerichtet und überzeugt mit einer gegenüber dem Vorgänger höherwertigen Anmutung. Die drei runden Klima-Regler in der Mitte sehen mit ihrem metallischen Überzug sogar hochwertig aus. Darüber in einer Reihe, wie beim Klavier, sauber aufgeräumt, eine reduzierte Zahl schön geformter Schalter. Erstmals sind bei Dacia eine Klima-Automatik (zusätzlich 200 Euro zum Preis der Klimaanlage von 600 Euro) und ein schlüsselloser Zugang (200 Euro) erhältlich. Eine Multi-View-Kamera erleichtert (im Paket mit dem Tot-Winkel-Warner für 450  Euro zu haben) das Einparken oder das Rangieren im Gelände. Der Tot-Winkel-Warner assistiert dem Fahrer, wenn andere Fahrzeuge überholen. Ledersitze mit weißer Ziernaht können für nur 500 Euro zusätzlich gewählt werden. Auch ein Multi-Media-Navigationssystem mit einem 7-Zoll-Touchscreen steht in der Liste. Die Sitze im Duster bekamen übrigens einen neuen Aufbau, sie sind bequem, geben trotzdem guten Halt und auch der Stoff-Sitzbezug fühlt sich besser an, als beim Vorgänger.

Nur Dieselantrieb mit Doppelkupplungsgetriebe verfügbar

Die Maße des in 44 Ländern angebotenen Duster bleiben mit einer Außenlänge von 4,34 Meter, 1,69 Meter Höhe und einer Breite von 1,80 nahezu unverändert. Der Radstand des Dusters misst 2,27 Meter.

445 Liter (4×4: 411 Liter) Gepäckraum stehen zur Verfügung. Bei umgeklappter Rücksitzlehne werden daraus 1.501 Liter (4×4: 1.478 Liter). 27 Liter Stauvolumen verteilt sich zudem auf zahlreiche Fächer.

Die Benzin-Motoren beginnen mit der 114 PS Maschine, die über ihre 5-Gang-Handschaltung ein Drehmoment von 156 Newtonmeter zur Verfügung stellt. In 11,9 Sekunden ist der Duster mit ihm aus dem Stand auf Tempo 100. Bei 172 Stundenkilometern ist Schluss mit lustig. Diesen Motor gibt es in Kombination mit Vorderradantrieb und auch als Allradler. Wir haben den Duster mit 125 PS-Benzin-Motor und 6-Gang-Handschaltung gefahren, mit dem er passend motorisiert erscheint. Auf unseren Testfahrten hat er sich mit 7,2 Litern je 100 Kilometer begnügt (kombinierter Normwert 6,2 bzw. 6,4 Liter). Auch er ist optional mit 4-Rad-Antrieb zu haben. Eine spannende Variante zum Diesel könnte für Vielfahrer ein Gasantrieb (LPG) sein, mit welcher der Duster 109 PS bereit stellt. Schwächster Antrieb ist der 90 PS-Diesel, den Dacia mit einem kombinierten Norm-Verbrauch von 4,4 Litern angibt. Mehr Spaß macht naturgemäß der 109 PS leistende Diesel. Er ist der einzige Antrieb im Duster, den es auch mit Doppelkupplungsgetriebe (EDC) gibt. Leider nur in der allein an den Vorderrädern angetriebenen Variante. Denn das 6-Gang-EDC-Getriebe würden wir uns auch für den Allradler wünschen. Dacia gibt den stärkeren Diesel mit einem kombinierten Norm-Verbrauch von 5,4 Litern an. Auf unseren dynamischen Testfahrten auf der Straße und im leichten Gelände sind es 6 Liter je 100 Kilometer geworden. Im leichten Gelände hat sich der Duster selbst mit dem Vorderradantrieb bewährt. Allrad haben wir nicht vermisst, auch weil das ESP bestens abgestimmt eingreift. Der neue Duster lässt sich leicht und locker schalten, sein Fahrwerk ist solide abgestimmt, so bleibt der Duster in jeder normalen Fahrsituation leicht beherrschbar. Den größten Spaß hat er mir im leichten Gelände gemacht.

Gas kann die  Alternative beim Antrieb sein

Fazit: Der neue Duster ist erstaunlich gut geworden. Technisch und optisch wurde das in Rumänien gebaute SUV deutlich verbessert. Kritik? Mhh? Die Trommelbremsen an den Hinterrädern sollten aus meiner Sicht gegen Scheibenbremsen ausgetauscht werden. Mehr Kritisches fällt mir bei diesem Preis tatsächlich nicht ein. Wer keinen Wert auf Status legt, bekommt mit dem Dacia Duster ein preiswertes Auto mit hohem Nutzwert für bis zu 4 Personen. Für solche Preise kenne ich kein vergleichbares Angebot auf dem Markt. 3 Jahre Garantie oder bis maximal 100.000 Kilometer runden dieses gute Angebot ab, weil die Garantie mögliche Folgekosten berechenbarer macht.

Technische Daten;

Dacia Duster TCe 125 4×2

Maße (Länge x Breite x Höhe in m): 4,34 x 1,80 x 1,69
Radstand (m): 2,67
Motor: R4-Turbobenziner, 1197 ccm
Leistung: 92 kW/125 PS bei 5250 U/min
Maximales Drehmoment: 205 Nm bei 2300 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 179 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 10,4 Sek.
Verbrauch (EU-Norm): 6,2 L/100 km
Leergewicht/Zuladung: min. 1295 kg / max 507 kg
Gepäckraum: 445 – 1478 Liter
Basispreis: 14.650 Euro