Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat beim Verwaltungsgericht Schleswig eine einstweilige Anordnung beantragt, durch die Diesel-Fahrzeuge, die den Stickoxid-Grenzwert von 80 Milligramm je gefahrenem Kilometer überschreiten, nicht mehr verkauft werden dürften.

Jens Hilgenberg, Verkehrsexperte des BUND, begründet das Vorgehen der Umweltorganisation wie folgt: „Tagtäglich werden in Deutschland rund 3.500 neue Euro-6-Dieselautos verkauft, die auf der Straße den gesetzlich vorgeschriebenen Stickoxid-Grenzwert teils massiv überschreiten. Von staatlicher Seite wird nichts dagegen getan. Wegen der Dringlichkeit der Abwehr gesundheitlicher Beeinträchtigungen verlangen wir ein sofortiges Verkaufsverbot für die inkriminierten Fahrzeuge.“

Konkret fordert der BUND in seinem Eilantrag „im Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland den Verkauf sämtlicher Neufahrzeuge der Euro-Stufe-6 mit Selbstzündungsmotor, die noch nicht erstmals zugelassen worden sind und die im realen Fahrbetrieb den Emissionsgrenzwert der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 für Stickstoffoxid von 80 mg/km überschreiten, solange zu untersagen, bis die Einhaltung dieses Emissionsgrenzwertes im realen Fahrbetrieb bei den betroffenen Neufahrzeugen sichergestellt und nachgewiesen ist“. In einem Hintergrundpapier zum Antrag beim Verwaltungsgericht heißt es, dass ein Verkaufsverbot die Hersteller zwingen würde, nur noch Fahrzeuge anzubieten, die alle gesetzlichen Abgasgrenzwerte einhalten. Das schütze die Kunden davor, nicht regelkonforme Fahrzeuge zu kaufen.

Die Umweltorganisation bezieht sich auf eine 2016 vom Bundesverkehrsministerium (BMVI) durchgeführte Untersuchung, bei der für Neuwagen von Audi, BMW, Dacia, Ford, Honda, Hyundai, Jaguar, Land Rover, Mazda, Mercedes Benz, Opel, Peugeot, Porsche, Renault, Suzuki, Volkswagen und Volvo Überschreitungen im Realbetrieb nachgewiesen wurden. Dieser Untersuchung zufolge wurden laut BUND beispielsweise bei den Modellen Renault Kadjar und Dacia Sandero Werte von mehr als 1.000 mg/km gemessen. mid