Wenn neue Diesel-Pkw der Abgasnorm Euro-6 die gesetzlichen Schadstoff-Grenzwerte im Realbetrieb auf der Straße nicht einhalten, dürften sie nicht mehr verkauft werden. Dieser Ansicht ist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und hat einen Verkaufsstopp für betroffene Fahrzeuge beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg beantragt. Zurzeit wurde bei 26 verschiedenen Modellen eine Abweichung festgestellt. Betroffen sind die Marken Audi, BMW, Dacia, Ford, Honda, Hyundai, Jaguar, Land Rover, Mazda, Mercedes Benz, Opel, Peugeot, Porsche, Renault, Suzuki, Volkswagen und Volvo. Die Umweltschützer gehen davon aus, dass eine Reihe weiterer Fahrzeuge anderer Hersteller ebenfalls betroffen sind.

Ein Verkauf dieser Fahrzeuge dürfe erst wieder erfolgen, wenn die Modelle so nachgebessert seien, dass die Einhaltung des Emissionsgrenzwertes von 80 Milligramm Stickoxid pro Kilometer im realen Fahrbetrieb sichergestellt und nachgewiesen sei, sagte der BUND-Vorsitzender Hubert Weiger. „Es ist absolut inakzeptabel, dass weiter Diesel-Neufahrzeuge verkauft werden, die gegen die gesetzlichen Stickoxidgrenzwerte verstoßen. Verkehrsminister Dobrindt hätte längst handeln müssen. Der Bericht der Untersuchungskommission Volkswagen hat nachgewiesen, dass der Großteil der untersuchten Euro-6-Dieselautos deutlich mehr giftige Stickoxide ausstößt als erlaubt. Es geht um den Schutz von Gesundheit und Umwelt, dieser darf nicht kurzfristigen Profitinteressen der Autokonzerne zum Opfer fallen“, sagte Weiger. mid

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