Ein deutsches Premium-Cabrio mit vier Sitzen und Blechklappdach. Das hat Style. Sonne tanken beim Fahren, sich den Fahrtwind um die Ohren wehen lassen und bei schlechtem Wetter in 20 Sekunden nahezu alle Vorteile eines Coupés genießen. Diesen Luxus gibt es im facegelifteten 4er Cabrio seit März 2017 bei den deutschen BMW-Händlern. Wie sich die Gottheit in den bayrischen Alpen unter kräftiger Sonne schlägt, lesen Sie in unserem Test.Die BMW 4er Baureihe wird seit 2013 gebaut. Neben Coupé und Grand Coupé vervollständigt das Cabrio die Modellpalette. „4 means more“ – so der Werbe-Slogen zur Vierer-Reihe. Ausgesprochen sportlich und emotional sollen die 4er-Fahrzeuge sein. Denn das Design ist der Hauptgrund der Kunden für ihre Kaufentscheidung. Mehr als 400.000 4er wurden so seit der Markteinführung verkauft. Davon 60 Prozent GranCoupé, 25 Prozent Cabrio und 15 Prozent Coupé.Das Cabrio präsentiert sich nach dem Facelift optisch kaum verändert. Um die Unterschiede zum Vorgänger zu erkennen, muss man schon ganz genau hinschauen. Eine noch aerodynamischer gestalteter Front mit neuen Lufteinlässen, neue Felgen und Farben, sowie ein leicht überarbeitetes Heck zeugen davon. Das Modell 2017 wird man eher an den nun serienmäßigen LED-Front- und Rückleuchten erkennen. Dieses Cabrio ist geöffnet nach wie vor eine echte Schönheit.Während bei geschlossenem Dach die Falt-Fugen am Dach seine Puristik stören.

Im Innenraum sind die Veränderungen ebenfalls eher Evolution denn Revolution. So schmeichelt das haptisch weiter verbesserte Lenkrad der Hand mehr denn je. Neue Zierelemente und eine Doppelnaht am Armaturenbrett fallen nur im direkten Vergleich ins Auge. Das nun digitale Kombi-Instrument um den Tachometer schon eher. Es kann individuell programmiert werden und bietet dadurch wesentliche Vorteile im Vergleich zur analogen Vergangenheit. Das Menü-Feld des Infotainment-Systems auf der Mittelkonsole besteht jetzt aus 6 sogenannten Kacheln, die seine Bedienung noch einfacher werden lassen.Zum Markstart stehen etliche Motor- und Antriebsvarianten zur Auswahl. Dazu ist – je nach Leistung – auch der Allradantrieb und die Achtgang-Automatik wählbar. Mit drei Benzinern und vier Dieselvarianten stecken die aktuellsten Triebwerke des Hauses unter der  Haube dieses schicken Cabrios. Für alle drei 4er Derivate gibt es Benziner von 184 PS (420i) bis 326 PS (440i). Dieselmotoren mit einer Leistungsspanne von 190 PS (420d) bis 313 PS (435d xDrive) sind verfügbar. Gestrichen wird der 224 PS starke 425d. Mit dem M4 wartet der Leistungsstärkste Motor noch auf seinen Marktstart nach dem Facelift.Cabrio oder Coupé? Ist das die Frage? Offenes Cruisen im Sonnenverwöhnprogramm oder maximale Fahrdynamik im verwindungssteiferen Coupé? Fährt man das Cabrio, so ist man zwar von der Agilität angetan, doch ist das schwere Blechdach ist im Vergleich zum Coupé spürbar. Dabei bietet die Fahrdynamik des 4ers von Haus aus ein gute Basis für sportliches Fahrverhalten. Denn den der Cabrio-Fahrer darf sich über einen tieferer Schwerpunkt und eine breitere Spur freuen (als beim 3er). Dabei kommt gerade im Cabrio das verbesserte Lenk-Setup zum Tragen. Das Fahrwerk blieb beim Facelift unangetastet, und sorgt weiter für eine tadellose Straßenlage. Die Federung des Cabrio wurde bewusst weicher abgestimmt als im Coupé. So schiebt es in schnell angefahrenen Kurven leicht über die Vorderachse.Wir fahren den 430i Motor im Cabrio. Es beeindruckt mit seinen 252 PS und 350 Newtonmeter maximalem Drehmoment. Dieser 2.0 Liter Vierzylindermotor wird turbogeladen und besitzt mehr Kraft, als in den meisten Lebenslagen von Nöten ist. Das zeigt auch sein Beschleunigungswert von 6,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo. Bei 250 Stundenkilometern ist der Bock elektrisch abgeriegelt. Sein Sound kann zwar nicht mit den Klangergüssen der bayrischen 6-Zylinder Motoren mithalten, aber BMW kreiert einnen durchaus wohl klingenden 4-Zylinder Sound. Mit dem Windschott ist nahezu zugfreies Fahren selbst jenseits der 165 km/h Marke möglich. Der Stauraum unter dem zusammengefalteten Blechdach reicht nur für zwei Handgepäck-Stücke. Jedoch lässt sich das gefaltete Dach im Kofferraum elektrisch anheben, um besseren Zugang zu gewähren. Bei zwei Reisenden kann zum Glück die Rückbank weiteres Gepäck aufnehmen.

Fazit

Cabrio-Fahrer sind lebensbejahende Menschen. Sie legen Wert auf Genuss und Emotionalität. Und sie wissen, das im Leben alles seinen Preis hat. So auch dieses in Deutschland gefertigte Cabrio mit seinen Einstiegspreis von 46.800 Euro (420i). Das 430i Cabrio kostet ohne Allradantrieb mindestens 51.700. Damit ist das Cabrio das mit Abstand teuerste 4er Derivat. Zwar behaupten die Münchner, dass der neue 4er ausstattungsbereinigt nicht mehr als der Alte kostet. Jedoch sind auch Coupé und GranCoupe mit einem Einstiegspreisen von 39.650 jeweils 2.000 Euro teurer als ihre Vorgänger – ohne die nun serienmäßigen LED-Leuchten wohlgemerkt.

Technische Daten

BMW 430i Cabrio

Länge x Breite x Höhe (m): 4,64 x 1,83 x 1,38
Radstand (m): 2,81
Motor: 2.0 Liter Vierzylindermotor, 1998 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
Leistung: 185 kW / 252 PS bei 5200 U/min
Max. Drehmoment: 350 Nm bei 1450-4800 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 6,4 Sek.
Verbrauch (Durchschnitt nach EU-Norm): 6,3 Liter
CO2-Emissionen: 146 g/km (Euro 6)
Effizienzklasse: B-A
Leergewicht  1810 kg
Kofferraumvolumen: ca. 220 bis 370 Liter
Wendekreis: 11,3 m
Bereifung: 225/50 R 17
Basispreis: ab 51.700 Euro

 Fotos: Jan Weizenecker /http://www.barryhayden.com/