Unfallwagen aus den USA werden offenbar im großen Stil über Litauen exportiert, dort notdürftig repariert und dann nach Deutschland exportiert und teuer verkauft. Nach Recherchen des ARD-Magazins PlusMinus „hat jeder vierte in Deutschland gehandelte Gebrauchtwagen aus den USA einen verschleierten Totalschaden“.

Diese Zahl nannte jedenfalls das Verbraucherportal Carfax Vehicle History Report, das im Auftrag des TV-Senders die Historie eines Audi S5 überprüfte. Den hatte ein Münchner für 34.000 Euro gekauft. Resultat der Recherchen über das Vorleben des schwarzen Coupés: Der Wagen hatte in den USA nach einen Unfallschaden einen sogenannten „Salvage Title“ bekommen – er gilt als wirtschaftlicher Totalschaden und darf in den USA nicht mehr verkauft werden.

Per „Salvage-Auktion“ landete der Wagen in Litauen, dort wurde er aufbereitet. Laut Angaben der dortigen Polizei geschieht das häufig mit in Deutschland gestohlenen Ersatzteilen. Per Einzelabnahme bekam der Audi deutsche Papiere und wurde von einem Händler in Kassel an die Münchner verkauft. Deren vermeintliches Schnäppchen entpuppte sich aber schnell als Komplett-Reinfall: Erst fielen Radio und Navi aus, dann entdeckten die Besitzer dicke Schweißnähte im Motorraum – und der Wagen sprang überhaupt nicht mehr an. Gegen den Händler ermittelt jetzt die Kasseler Staatsanwaltschaft – und die Münchner Käufer wollen mit Hilfe eines Rechtsanwalts ihr Geld zurück. mid

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