Mit dem e-tron präsentiert die Audi AG ihr erstes rein elektrisches Fahrzeug in Serie. Das SUV mit Allradantrieb zieht aus zwei E-Motoren zusammen 300 kW (408 PS). Das erste Elektro-Modell von Audi soll über eine Reichweite von 400 Kilometern (WLTP) verfügen. 5,7 Sekunden gibt Audi als Wert für den Spurt aus dem Stand Tempo 100 an.

Und wie funktioniert hier der berühmte Quattro-Allrad-Antrieb? Was haben sich die Designer für die Exterieur-Optik einfallen lassen? Was gibt es im Innenraum Spezielles? Wie funktionieren die digitalen Außenspiegel? Wie kann man den e-tron laden? Was kann Audis erstes elektrisches Auto eigentlich noch so? Was kostet es und ab wann kann ich es bestellen? Antworten auf all diese Fragen und mehr findet ihr in unserem Video oder in unserem hier folgenden, schriftlichen Fahrbericht.

Hier geht’s zum Video:

Optik

Beginnen wollen wir mit der Optik des neusten Ingolstädter Familienmitglieds. Mit einer Länge von 4,90 Metern, einer Breite von 1,94 Metern, einer Höhe von 1,62 Metern und einem 2,93 Meter langen Radstand ist der e-tron wahrlich kein Winzling, sondern ein ausgewachsenes SUV. Dank der sanft abfallenden Dachlinie um einen Dachkantenspoiler, der kräftigen D-Säule und dem Unterfahrschutz erinnert er durchaus an einen Q5 – jedoch mit Coupélinie. Einzigatig machen ihn aber seine spezifischen Details, so ein grauer oder wahlweise schwarzer, geschlossener Singlefram-Kühlergrill, eine eigene Frontschürze, ein Diffusor OHNE Öffnung für Abgase, und (optional) Bremssättel und e-tron-Schriftzug in Orange.Mit dem breiten Leuchtband am Heck, welches beide Rückleuchten miteinander verbindet, schmiegt sich der e-tron sauber ins Familienbild und wirkt nicht wie ein aus dem Himmel gefallener Alien. Gut gemacht Audi!

Aerodynamik

Mit einem Luftwiderstandswert von 0,28, mit den analogen Außenspiegeln, und 0,27 in der digitalen Version, führt der e-tron die stromlinienförmige Rangliste in seinem Segment an. Kein Wunder, denn mit einem verkleideten Unterboden, steuerbaren Lufteinlässen mit Kanälen zu Brems- und Akku-Kühlung, Air Curtains, optimierten Reifen und einem langen Dachkantenspoiler haben die Ingenieure Maßnahmen getroffen, um neben dem fehlenden Verbrenner-Sound auch um die Windgeräusche zu minimieren

und damit ein möglichst geräuscharmes Fahrerlebnis zu generieren.

Interieur

Der Innenraum ist, wie man ihn von Audi kennt und erwartet: Edel, aufgeräumt und bis ins Detail liebevoll verarbeitet. Die deutlichste Änderung – neben den 7 Zoll großen Bildschirmen für die digitalen Außenspiegel – ist die offene Mitteltunnelkonsole. Auf ihr sitzt eine Handauflage mit integriertem Fahrstufenschalter. Weil der Akku-Satz im Unterboden untergebracht ist, finden Rückbänkler überraschend viel Platz im Fond. Der Kofferraum hat mit 600 Litern das Prädikat alltagstauglich verdient. Bei umgeklappter Rückbank finden gar 1.725 Liter Raum. Unter der Frontklappe kommt noch ein 60 Liter Staufach dazu. Die Ladekabel sind hier gut aufgehoben.

Technik

Bis auf die Monitore (zur Darstellung der Bilder von den Außenspiegelkameras) in den Türen kommt das Technik-Konzept aus A8 und A7. In der Mittelkonsole dominiert das Infotainment-Touchscreen-System auf zwei Ebenen mit 10,1 und 8,6 Zoll Größe. Überm Lenkrad thront das 12,6 Zoll messende Virtual Cockpit und – falls bestellt – ein Head-Up Display. Audi nennt das serienmäßige System, welches selbstredend auch mit der Sprachsteuerung interagiert, MMI Navigation Plus. Außerdem neu und erstmals bei Audi verfügbar: verschiedene Licht-, Assistenz- und Infotainment-Ausstattungen, die nach dem Kauf des Autos ab Mitte 2019 online zu buchbar sein werden. Richtig spannend, wie sich jederzeit dazu buchbare Optionen noch weiter entwickeln und von den Kunden angenommen werden.

Antrieb

Die 300 kW Systemleistung und die 664 Newtonmeter maximales Drehmoment werden – wie bereits erwähnt – von zwei Elektro-Motoren erzeugt. Je einer sitzt über der Vorder- (135 kW bei 309 Nm) und einer über der Hinterachse (165kW bei 355 Nm). Damit soll der e-tron in ausgesprochen dynamischen 5,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen können. Erst bei ei 200 km/h wird der e-tron elektronisch abgeregelt. Der Allradantrieb ist der echteste seiner Art, denn mit ihm lässt sich mit radselektiver Momentensteuerung die gesamte Leistung der Motoren jeweils nach vorne oder hinten verfrachten. Das variable Rekupertionskonzept sorgt derweil dafür, dass eine Rückgewinnung der Energie beim Bremsen und im Schub erfolgt. Dessen Intensität ist in drei Stufen vom Fahrer wählbar. Im besten Fall kann eine Reichweite je Batterieladung von über 400 Kilometern (WLTP) erreicht werden.

Fahren

Leider durften wir den e-tron noch nicht fahren. Aber der tiefe Schwerpunkt, durch die weit unten eingebaute Batterie verspricht einiges. Das Fahrdynamiksystem wartet mit sieben Profilen auf. Zudem ist eine elektronische Stabilitätskontrolle mit Sport- und Offroad-Modus verbaut. Durch die Luftfederung kann das Höhenniveau des e-tron um 76 Millimeter variiert werden. Die Audi Verantwortlichen schwärmen von der Progressivlenkung, denn mit ihr soll der e-tron trotz des Gewichts (Audi macht aus Homologationsgründen noch keine Angabe) des Akkusatzes (700 Kilo) eine beeindruckende Fahrdynamik an den Tag legen. Wir sind gespannt.

Batterie und Reichweite

Der Akkusatz kann 95 kWh Energie speichern, bei einer Nominalspannung von 396 Volt, Geschützt wird dieser Akku von einer Bodenplatte und einen Crash-Rahmen Crash. Der-Akkus-Satz wird in den meisten Fällen von den Nutzern wohl mit 11 kW – an der normalen Haushaltssteckdose geladen werden. Optional wären auch 22 kW in der eigenen Garage per Wallbox möglich. Audi unterstützt hier das Heimenergie-Management. Mit diesen beiden Möglichkeiten wäre die Batterie in 8 bzw. 4 Stunden voll geladen. Spannender wird’s unterwegs. Hier kann mit Gleichstrom und bis zu 150 kW Leistung geladen werden. Audi Kunden sollen außerdem eine Karte für 80 Prozent aller E-Zapfsäulen in Europa bekommen, um nervige Probleme mit unzähligen Authentifizierungen mit unzähligen Kleinbetreibern zu umgehen. Außerdem wird die App „my Audi“ das Management für das Laden und die Vorklimatisierung via energiesparender Wärmepumpe aus der Ferne ermöglichen. Übrigens ist eine zweite Ladebuchse auf der Beifahrerseite optional verfügbar. Das kann in engen Garagen hilfreich sein.

Fazit

Audi kann endlich auch Elektro. Und das alltagstauglich. Und das auch für die lange Strecke. Audi hat lange gewartet mit dem Einstieg in die reine E-Mobilität. Wenn die Ingolstädter etwas machen, wollen sie es richtig machen. Wer einen e-tron möchte, muss nicht lange warten. Die ersten Auslieferungen sind schon für Ende 2018 geplant. Er kann ab sofort in Deutschland zu einem Grundpreis mit relativ umfangreicher Serienausstattung ab 79.000 Euro vorbestellt werden. (Siehe unser link). Bis 2015 wollen die Ingolstädter übrigens mindestens eine elektrifizierte Variante in jeder Baureihe anbieten. 2019 folgt der Audi e-tron Sportback folgen. 2020 soll einen kompakten E-Audi geben. Auch ein besonders leistungsstarker e-tron GT soll folgen. Damit soll ab 2025 jeder dritte produzierte Audi elektrisiert sein – was 800.000 Autos entspräche. Vom Band läuft der e-tron übrigens standesgemäß. Nämlich im CO2-neutral produzierenden Werk in Brüssel.