Früher reichte es, dass der Fahrer aufmerksam und ausgeschlafen am Steuer saß, um sein Auto sicher zu bedienen. In den letzten Jahren zeichnet sich jedoch zunehmend ein neuer Trend ab, der schon bald Standard werden soll: Kamera-Assistenzsysteme, die für Sicherheit sorgen. Aber was steckt hinter diesen Systemen? Sind sie sinnvolle Helfer oder unnötige Technikgadgets?

Alles fing mit einer einfachen Kamera an, die dem Fahrer beim Rückwärtsfahren den Blick nach hinten erleichtern sollte. Inzwischen sind Kameras im Auto zu Allround-Assistenzsystemen avanciert, die nicht nur beim rückwärts Einparken, sondern auch bei Hindernissen, Abstandmessungen oder Notbremen helfen. Der Weg zum autonomen Autofahren, also Fahren ohne Fahrer , ist nicht mehr weit.

Ungenutzte Technologien und passgenauer Einbau

Eine amerikanische Studie im August dieses Jahres kommt zu dem Ergebnis, dass zwar Milliarden an Geldern in Auto-Technologien investiert werden, die meisten Autofahrer diese Features hingegen selten nutzen. Manchmal liegt es an den zahlreichen Funktionen, über die sich der Autofahrer nicht informiert, oder sie auch einfach nicht braucht.

Mit den Kameras verhält es sich anders. Sind sie im Auto verbaut, entwickeln sie sich ganz schnell zu sicheren Begleitern der Autofahrer. Vor allem auf Funktionen wie Spurwechsel- und Abstandsmessungsassistenten wollen Fahrer nur noch ungern verzichten. Die Anforderungen an die jeweiligen Bauteile werden immer höher und komplexer. So dürfen Linsenqualität und Pixeldichte beim Verbauen in das Auto nicht leiden. Oft werden für den Einbau spezielle Klebstoffe, wie beispielsweise der Industriekleber des Unternehmens Delo verwendet. Diese Industriekleber sind besonders geeignet für die temperaturempfindlichen Materialien, die beispielsweise an den Außenbereichen des Autos ständig wechselnden Witterungsbedingungen ausgesetzt sind.

Sogenannte Mono-Kameras helfen dabei, Abstände zu Hindernissen abzuschätzen. Mithilfe von Bilderkennungsprogrammen und Bewegungsmustern kann so relativ genau gesagt werden, wie weit der Abstand zum jeweiligen Hindernis ist. Da dieses System etwas Zeit beim Schätzen braucht, ist es nicht für hohe Geschwindigkeiten geeignet, sondern reicht eher für City-Notbremssysteme aus. Besser sind da die Stereokameras. Sie funktionieren nach Vorbild des menschlichen Auges und können mithilfe von zwei Kameras einen ganz anderen Blick bieten. Die Entfernung von Objekten kann hier ganz genau gemessen werden, sodass der Notbremsassistent auch bei hohen Geschwindigkeiten aktiviert wird. Im Gegensatz zu Mono-Kameras benötigt diese Technik jedoch viel Platz.

Für die Sicherheit
Gerade bei der Aktivierung von Notbremssystemen sind Kameras unabdingbare Helfer. So können nicht nur ernsthafte Zusammenstöße, sondern auch kleine Auffahrunfälle verhindert werden. Einige Kameras können auch Fahrbahnmarkierungen erkennen und helfen dabei, in der Spur zu bleiben. Neben der Rückfahrkamera und dem Assistenzsystem im Kühlergrill sollen demnächst auch Außenspiegel zur Sicherheit der Autofahrer beitragen. Die hier integrierten Kameras sollen dem Fahrer dann einen 180-Grad-Blickwinkel ermöglichen.

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