Einen automatischen Wechsel hin zum reinen Elektroauto wird es nicht geben, wenn die Käufer sich die nicht leisten können. Auf diesen eigentlich selbstverständlichen Zusammenhang weist jetzt ACEA (European Automobile Manufacturers Association) zwei Wochen vor einer erwarteten Empfehlung des Europäischen Parlaments an die Kommission hin. Das Parlament dürfe nicht aus dem Blick verlieren, dass der Markt vom Käufer bestimmt werde, erklärte heute ACEA-Generalsekretär Erik Jonnaert.

Eine aktuelle ACEA-Studie zeigt den Zusammenhang zwischen dem Pro-Kopf-Einkommen in einem Staat und der Bereitschaft seiner Bürger, Elektroautos zu kaufen. Danach liegt der Marktanteil der Elektroautos in Staaten mit weniger als 18 000 Euro Pro-Kopf-Einkommen heute bei 0 Prozent. In der Hälfte aller EU-Staaten erreichte der Wert 2017 0,75 Prozent. Vor diesem Hintergrund äußert ACEA die Befürchtung, „manche Politiker hätten vollständig unrealistische Erwartungen an die Geschwindigkeit, mit der sich der Markt entwickeln kann“.

Die Kommission schlägt für den Verkauf voll batterieelektrischer Personenwagen für 2025 einen Anteil von 15 Prozent am Gesamt-Pkw-Absatz und von 30 Prozent bis 2030 vor. „Dafür müssten wir den Sprung von jetzt weniger als einem Prozent in weniger als zwölf Jahren schaffen“, so Jonnaert. „Dabei will das Parlament sogar noch ambitioniertere Werte bis 50 Prozent vorgeben.“

Heute zeigen die Zahlen der EU-Staaten klare Unterschiede zwischen West und Ost sowie Nord und Süd. So weisen Griechenland und Italien eine Ausrüstungsrate von 0,2 Prozent auf, Spanien von 0,6 Prozent. Ein Anteil oberhalb von 1,8 Prozent ergibt sich heute nur in Staaten mit einem Pro-Kopf-Einkommen oberhalb 35 000 Euro. Wenn die EU bis 2030 wirklich einen Durchschnitt von 30 Prozent batterieelektrischer Fahrzeuge durchsetzen will, dann bedeutet das, in Westeuropa müsste in zwölf Jahren mehr als jedes zweite verkaufte und zugelassene Auto ein Batterie-Elektroauto sein. ampnet