Im Abarth über den Hockenheimring 

Beobachtet man die Automobile Fan-Kultur, so ist es immer wieder verblüffend, welche Strahlkraft bestimmten Marke oder Modellen über Jahre und Jahrzehnte inne wohnt. Fans in aller Welt feiern ihr Auto, vernetzen sich, tauschen Sorgen, Nöte, Wünsche, Erfahrungen aus und treffen sich. Das Mini-Meeting in Irland, das Golf GTI Treffen am Wörtersee oder eben der Abarth Day sind hier berühmte Beispiele. Veranstaltungen, die Tausende von Marken-Enthusiasten in ihren Bann ziehen.

Abarth ist eine kleine, aber feine Marke mit langer Tradition und unzähligen positiv-verrückten Anhängern. Das Konzept ist schnell erklärt: Die Italiener verpassen der Fiat Stangenware eine Extraportion Bums, Straßenlage, Sound und vor allem sportlichen Look. Mit diesem Konzept gewinnt der konzern-eigene Tuner mit dem berühmten Skorpion-Logo seit der Gründung der Marke im Jahr 1949 eine stetig wachsende Fan-Gemeinde. Grund genug, heute über den Abarth Day 2017 zu berichten, sich mit dem den Freunde der Marke am Hockenheimring zu treffen und den Abarth 124 Spider auf der Rennstrecke zu bewegen.

Die Abarth Days gibt es erst seit 2 Jahren. Während das vom offiziellen Fanclub „The Scorpionship“ organisierte Treffen letztes Jahr an mehreren Orten in Europa am gleichen Tag stattfand, war das Prinzip in diesem Jahr ein neues. Die Treffen in den Ländern wurden auf verschiedene Termine gelegt, so konnten sich die Fans über das Jahr hinweg auf mehrere Treffen freuen. Bereits im Mai startete das erste Event in Frankreich. Es folgten Italien, Großbritannien, Portugal, Österreich, und Spanien. Und nun das Finale als krönender Abschluss am 03. Juli am Hockenheimring.

Das Finale in Deutschland war quasi ein Pflichttermin für viele Enthusiasten mit dem Skorpion-Wappen im Herzen und auf dem Auto. Kein Wunder, dass etwa 600 Fans in 250 Abarths am Hockenheimring gastierten. In Windeseile füllte sich der Parkplatz mit einem kunterbunten Mix aus neuen und alten Abarth Modellen. Sich hier umzuschauen zu können war allein schon die Anreise bereits wert. Die Kennzeichen der Schmuckstücke waren nicht nur deutscher Herkunft. Fans aus ganz Europa am Start, hatten die meist lange Anreise auf sich genommen. Für echte Petrolheads kein Thema. Und sie sollten auf ihre Kosten kommen. Auf und an der Rennstrecke ging es richtig zur Sache. So konnten die Teilnehmer ihr fahrerisches Können in raffinierten, fahraktiven Prüfungen unter Beweis stellen und verbessern.

Eine ganz besondere Attraktion war die Taxifahrt im Fiat 124 Drift-Taxi. Hier konnten die Gäste zwar „nur“ auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Aber was dann folgte, war nicht von schlechten Eltern. Ein professionelles Fahrerteam wirbelte Gast und Maschine auf Querfahrten über eine abgesteckte Strecke. Material und Mensch wurden dabei an ihre Grenzen geführt. Wem das zu aufregend war, der konnte im Fahrsimulator üben, die Ausstellung von Abarths Technology-Partnern bestaunen, im Zubehör und Accessoires Shop stöbern oder die Ausstellung der historischen Abarth-Modelle bewundern. Außerdem standen Testfahrten in den aktuellen Abarth-Serienmodellen auf dem Programm.

Ich schnappte mit den heckgetriebenen Abarth 124 Spider. Der italienische 1,4-Liter-Turbo-Motor im japanischen Roadster mit MX-5 Wurzeln leistet 170 PS und stellt bis zu 250 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. Das Cabrio mit der leicht zu öffnenden Stoffhaube erreicht eine Top-Speed von 230 Stundenkilometern. In 6,8 Sekunden spurtet er aus dem Stand auf Tempo 100. Dabei klingt der Abarth 124 Spider schon vor der Fahrt vielversprechend grantig. Optisch lassen das Cabrio breitere Schürzen, 17 Zoll Schlappen und typische Abarth-Dekore ziemlich böse aussehen. Der aktuelle Skorpion-Look wird von einem Klappen-Auspuff mit 4 Endrohren und mehrfarbiger Außenlackierung abgerundet. Eine optische Reminiszenz an vergangene Rallye-Siege.

Der 1.060 Kilogramm leichte, sportliche MX-5 Bruder ist mit Bilstein-Dämpfern und Brembo Bremsen geschärft. Sie sorgen für die stabile Straßenlage und überzeugende Bremswerte. Doch genug der Technik, jetzt werden sämtliche technische Helferlein ausgeschaltet. Das heckgetriebene Ungeheuer lässt sich so berechenbar um die Kurven zirkeln, das selbst unerfahrene Fahrer via Gaspedal das Querfahren leicht gemacht wird. Die kurzen Schaltwege des manuellen 6-Ganggetriebes kommen ähnlich gut, wie das automatische „Sequenziale Sportivo“-Getriebe.

 Wir stellen fest, dass Abarth auch aus diesem Fiat ein rennstreckentaugliche Heckschleuder gezaubert hat, die nicht nur aufgrund des tiefen Schwerpunktes und des betörenden Sounds ein echter Sportler geworden ist. Zum Glück unter Beibehaltung der kompletten Alltagstauglichkeit. Der Spider ist seit September 2016 im Handel. Mindestens 40.000 Euro wollen für ihn als Neuwagen investiert sein. Darin inbegriffen sind alle Assistenten für eine sichere Fahrt auf der Straße, zudem Cruise Control, MP3-Player und Klima-Anlage.
Fazit
Auch 2017 war der Abarth Day ein voller Erfolg. Egal, ob Sie nun einen heckgetriebenen Abarth 124 Spider oder den frontgetriebene Abarth 695 Rivale – eine brandneue Sonderedition, die in Zusammenarbeit mit dem italienischen Yachtbauer Riva entstanden ist – fahren. Sie dürfen sicher sein, einer vom Skorpion gestochenen und dabei infizierten, weltweiten Fangemeinde anzugehören, die ihre Autos hegt, pflegt
beklebt, zeigen und abart(h)ig zu schätzen weiß.